1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... zum Hauptbahnhof. Wie immer vor solchen Reisen hatte sie die Wohnung in ein Schlachtfeld verwandelt. Da diesmal nicht alles verpackt und mitgenommen wurde, einen Teil sollte ich schließlich erst transportieren, da es beispielsweise recht wenig Sinn machte, eine Schwimmweste auf eine Alm hoch zu schleppen, würde das bis zu meiner Abreise wohl auch so bleiben.
    
    Ein wenig würde ich schon noch aufräumen, aber im Grunde wollte ich die Tage fast ausschließlich bei Nina verbringen. Eine Bedingung hatte Anne nämlich doch noch gestellt: Sie wollte nicht, dass ich mit Nina in unserem Ehebett schlafe.
    
    Ich hatte keine Probleme, dem zuzustimmen. Es wäre mir zudem nicht nur peinlich wegen der Unordnung, sondern auch zu strange vorgekommen, mit Nina inmitten von Luises Spielzeug und Postern und was weiß ich noch Sex zu haben. In diese meiner Welten gehörte sie nicht hinein.
    
    Bei der Rückkehr in unsere Wohnung packte ich noch ein paar Sachen zusammen, auch den Controller und den Laptop wo ich das Programm ebenfalls installiert hatte, mit ein und machte mich dann auf den Weg. Es war irre, ich fühlte mich wie von einem Magneten angezogen, je näher ich ihrer Wohnung kam, so schneller wurde mein Schritt, die letzten Meter lief ich fast.
    
    Völlig außer Atem, nach den Treppen vor allem, denn sie wohnte im dritten Stock, stand ich dann endlich vor ihrer Wohnungstür und lag Sekunden später in ihren Armen. Meine Hände hatten schon Kontakt zu ihren herrlichen Brüsten unter ihrem T-Shirt, als ...
    ... sie mich lachend abwehrte.
    
    "Das muss noch ein bisschen warten, meine Mutter ist unangekündigt zu Besuch gekommen, wir machen gerade eine Art Impromptu Brunch."
    
    Sie zog mich in die Küche, wo eine freundlich aussehende Dame mit grauem Haar auf uns wartete. Ich stellte mich kurz vor und bekam unverzüglich einen Kaffee vor die Nase gesetzt, mit der Aufforderung, die reichlich vorhandenen Goodies vom Tisch mit zu vernichten.
    
    "Wir fressen schon seit einer Stunde", meinte Nina zur Erklärung. "Keine Ahnung wie viele Leute Mama hier vermutet hat, mitgebracht hat sie für eine Großfamilie."
    
    "Ich hatte zumindest gehofft, Sie noch kennenzulernen, Jan", meinte die Frau mit fröhlichem Gesichtsausdruck. "Ich habe viel von Ihnen gehört."
    
    Das konnte ich nicht behaupten. Von ihren Eltern hatte Nina nie gesprochen.
    
    "Mach hier doch nicht auf förmlich Mama, ihr könnt euch doch wohl duzen, oder was?"
    
    "Natürlich, ich heiße Gisela."
    
    "Alles klar. Du wohnst auch in Berlin, Gisela?"
    
    "Nein, in Rathenow in Brandenburg mit meinem frühgreisen Gatten. Ich besuche eine Freundin, wir gehen heute Abend zusammen in ein Konzert. Schostakowitsch, Streichquartette. Magst du klassische Musik, Jan?"
    
    "Ja, durchaus. Allerdings hauptsächlich Klavierwerke, Schumann, Chopin, Liszt, aber auch Brahms und Mozart."
    
    "Wunderbar, ihr solltet uns mal besuchen, dann könnte dir Nina was vorspielen, da habt ihr nämlich den gleichen Geschmack. Ihr Flügel steht nämlich immer noch bei uns."
    
    "Schau ...
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