Bewährung
Datum: 13.04.2024,
Kategorien:
Romantisch
... ihr, und gab ihr neben meiner Nummer die Versicherung, dass sie auf mich als Beistand und Hilfe bei allem Folgenden zählen konnte.
Erst dann sah sie sich Sophie zum ersten Mal richtig an. Für einen Moment kniff sie die Augen zusammen. Ich konnte sehen, dass es in ihr arbeitete, dass sie versuchte den vorhin genannten Namen zuzuordnen. Oh nein, jetzt nicht noch Drama... Aber sie sagte nichts, sondern nickte ihr nur zu.
"Verflucht...", entfuhr es mir, als wir die Zimmertür hinter uns geschlossen hatten.
Sophie entgegnete nichts, sah stumm zu Boden.
"Dass es so schlimm ist, wusste ich nicht. Auch nicht, dass Elke da sein könnte. Hätte ich nicht erwartet."
"Sie liebt ihn."
"Ja. Und du?", konnte ich die Frage nun doch nicht länger zurückhalten, während wir auf den Aufzug warteten.
"Ich habe ihn sehr gern. Er ist ein guter Mensch."
"Entschuldige bitte, wenn ich das frage, aber habt ihr... ich meine..."
Sie sah mich verständnislos an.
"Offenbar nicht, okay, vergiss es", zog ich mich zurück, als sich die Fahrstuhltüre öffnete.
Der Fahrstuhl war leer. Natürlich nicht, mein Gott, das Mädel war Anfang zwanzig. Aber, dass sie ihn geküsst hatte...
"Du willst wissen, ob ich mit ihm im Bett war?", ließ sie es allerdings nicht auf sich beruhen.
"Ich habe da wohl etwas falsch interpretiert, entschuldige, ich bin etwas durcheinander, und..."
"Ja. Wir hatten Sex."
Verdammt. Also doch. Sie sah mich scheu an.
"Er war einsam, nachdem sie ihn ...
... rausgeschmissen hat. Von Uta hatte er sich doch getrennt."
"Okay, alles klar, wir brauchen darüber nicht zu reden. Es geht mich nichts an."
Und wer war ich, über Jochen einen Stab brechen zu wollen. Gut, mit einer Probandin zu schlafen, war noch einen Tucken falscher, als mit einer Kollegin etwas anzufangen, aber so groß war der Unterschied sicher nicht.
Irgendwie hatte mich das alles ganz schön mitgenommen. Jochen lag im Sterben. Seine Frau überwand den Schmerz, den er ausgelöst hatte, um die letzten Stunden mit ihm zu verbringen. Und ich lief mit einer Geliebten auf. Ohne das geahnt zu haben.
Ja, sie sah ganz hübsch aus, aber war jetzt keine Frau, nach der man sich auf der Straße umdrehen würde, selbst wenn man auf so junge Dinger stand. Jochen war immerhin schon Anfang fünfzig gewesen. Dass sie überhaupt... egal, es ging mich wirklich nichts an.
Ich reichte ihr Anettes Helm.
"Der sollte dir passen, ihr habt eine ähnliche Kopfgröße, ist von meiner Frau."
"Ja, danke. Wann sollen wir da sein?"
"Um vier. Eigentlich ist es noch zu früh... aber ich musste da raus."
"Klar. Verstehe ich."
"Wir könnten vorher noch einen Kaffee trinken gehen."
"Wenn du willst. Wo ist die Wohnung?"
"Nicht weit von hier, am Kopernikus-Ring."
Ich warf den Motor an, und wartete, bis sie sich hinter mich gesetzt hatte. Sie schlang ihre Arme um meinen Bauch.
"Du kannst dich auch hinten festhalten, da sind..."
"Ich weiß."
Natürlich. Mein Gott, ich war so mit Elke und ...