Bewährung
Datum: 13.04.2024,
Kategorien:
Romantisch
... letztlich mir selbst beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht daran gedacht hatte, wie sie sich jetzt fühlen musste. Wie sehr sie das mitnehmen musste. Und dass körperliche Nähe jetzt das war, was sie brauchte.
Es passte. Irgendwie lief ich gerade völlig verwirrt und wie Sepp durch die Gegend. Anna-Katrin, Anette, Elke, Jochen, Sophie. Ich interagierte, aber irgendwie reagierte ich nur. War alles andere als normal, nicht so, wie ich sonst war. Voller guter Vorsätze und Impulse, aber nicht nur solcher.
Aus der Bahn geworfen, von Emotionen und Bedürfnissen, wie ich sie seit Jahren nicht mehr gefühlt hatte. Schon nach kurzer Fahrt machte ich ein kleines Eck-Café aus, und hielt dort an. Wir setzten uns und bestellten beide einen Cappuccino.
"Bist du okay? Die Sache mit Jochen hat dich ganz schön mitgenommen, oder?", reagierte ich diesmal auf Sophies bedrücktes Gesicht.
"Ja, er tut mir wirklich leid. Aber ich bin froh, ihn wenigstens noch einmal gesehen zu haben. Um mich zu verabschieden. Er wird mir fehlen."
"Habt ihr euch denn oft... außerhalb der Termine getroffen?"
"In letzter Zeit nicht mehr, vorher ab und zu. Ich habe nach seiner Trennung kurze Zeit bei ihm gewohnt."
Jochen, Jochen.
"Ganz viel geredet. Die Trennung von Elke war schlimm für ihn. Er hat sie trotz allem geliebt, auch wenn sie nicht mehr mit ihm schlafen wollte. Für Uta empfand er nicht viel, da ging es nur um Sex."
Ja, so hatte er mir das auch erzählt.
"Verstehe. Ich hoffe, du ...
... erzählst das niemanden außer mir. Ich meine, was zwischen euch gelaufen ist."
Sie nickte.
"Ich habe es dir nur gesagt, weil ich dir vertraue und er dir die Geschichte mit Uta erzählt hatte."
"Gut. Lassen wir es dabei bewenden. Und auf deine Bedürfnisse fokussieren. Wenn dir die Wohnung gefällt, wirst du ja einiges an Möbeln und Einrichtungsgegenständen brauchen. Gibt es eine Chance, dass deine Eltern dir hierbei irgendwie aushelfen?"
"Nein. Mein Vater ist tot, und meine Mutter Alkoholikerin. Die mich hasst."
Oh verdammt. Nicht ungewöhnlich, aber trotzdem immer wieder schwierig zu hören.
"Normalerweise kann man beim Jobcenter eine Erstausstattung beantragen. Allerdings erst ab fünfundzwanzig. Du bist jetzt..."
"Zweiundzwanzig. Werde nächste Woche dreiundzwanzig."
"Ja, so hatte ich das in Erinnerung. Sie können aber Ausnahmen machen. Es könnte sein, dass sie dir weniger Geld zur Verfügung stellen, und mehr Sachleistungen, sprich Möbel und Ähnliches. Es gibt ein großes Lager, wo du dir wahrscheinlich dann Sachen aussuchen könntest. Alles alte und gebrauchte Sachen, aber das spielt ja wohl erst einmal keine Rolle. Ich kann mich da einschalten, dann geht es schneller als wenn du um einen normalen Termin ersuchst. Du müsstest mir dann nur den Namen deines Sachbearbeiters, und wenn du hast, auch die Durchwahl geben, und ich kümmere mich darum."
"Sachbearbeiterin, aber muss ich nachschauen, den habe ich nicht im Kopf. Danke. So viel brauch ich gar nicht. Einfach ...