1. Das rote Band und der Wunsch


    Datum: 21.04.2024, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... zwei Babyschlampen am Nachbartisch." Seine Kumpels grölten und lachten. Sie schlugen ihm zustimmend auf die Schulter.
    
    Leonie stand auf, um die Drinks abzuholen. Ein Mann vom Nachbartisch kam ihr zuvor und schnappte beide Cocktailgläser vom Tresen. Er kreiste mit einem Glas vor Leos Gesicht und um ihren Kopf herum. Leo verfolgt die Bahn mit den Augen, blieb cool und griff nicht danach. Der Typ tat, als wollte er es ihr reichen. Als sie die Hand hob, zog er es aber weg und nippte daran. Leo machte einen Schritt zur Seite und deutete auf ihren Tisch. „Bitte da abstellen, James."
    
    Die restlichen Kerle am Tisch lachten. Einer schlug sich mit der Hand auf den Schenkel. „James! HA-HA-HA! Hast du das gehört? Sie hat James zu Charlie gesagt. Jetzt ist er ihr Butler."
    
    Charlie mochte nicht, wenn seine Kumpels über ihn lachten. Seine Augen starr auf Leonie gerichtet, setzte er das Glas an seine Lippen und kippte den Cocktail hinunter.
    
    Shelly beobachtete alles, ohne ein Wort zu sagen. Die neckischen Spielchen erinnerten sie ans Mobbing in der Schule. Am liebsten wäre sie aufgestanden und gegangen. Doch nicht ohne Leonie.
    
    „Hier sind eure Biere." Rigobert stellte jedem ein frisches Bier vom Tablett auf seinen Platz. Leonie ging zum Tisch und schnappte sich das Glas, das auf Charlies Platz stand und prostete ihm zu. Dann kippte sie seinen halben Liter auf ex hinunter und rülpste anschließend laut und anhaltend. Das brachte ihr Anerkennung der anderen ein und lauter Applaus ...
    ... brandete auf. Auch Shelly fand dies lustig und klatschte leise mit.
    
    Einer der Männer rückte mit seinem Stuhl an Shelly heran. Er legte seine Hand auf ihren Schenkel und sagte: „Na Baby, soll ich dir mal meinen Bock zeigen. Der hat ein voll fettes Rohr und jagt dir bestimmt ein Kribbeln zwischen die Beine."
    
    Der Mann hatte eine Fahne und stank nach Nikotin. Shelly schob seine Hand von ihrem Schenkel. „Bestimmt nicht. Dein Rohr interessiert mich nicht. Hol dir mal ein Kaugummi." Der Mann hauchte in seine Hand und roch daran, dann setzte er sich wieder an den anderen Tisch. Für Michelle hatte es sich damit erledigt. Suchend schaute sie sich nach Leonie um. Diese vergnügte sich mit den anderen.
    
    Plötzlich klingelte Shellys Handy in der Handtasche. Sie zog es heraus und hielt es ans Ohr. Es war ihr Bruder. Um ihn besser verstehen zu können, hielt sie sich das andere Ohr zu.
    
    „Shelly? Hier ist Lukas!"
    
    „Ja, was gibt's?"
    
    „Warum ist das so laut bei dir?"
    
    „Wir hören laute Musik", rief sie ins Mikrofon.
    
    „Du musst unbedingt nach Hause kommen, Rainer flippt aus."
    
    „Wieso, was ist los?"
    
    „Er ist betrunken und streitet mit Mama. Er hat sie geschlagen und will wissen, wo du bist."
    
    „Ich bin bei Leonie", log Shelly. Im Hintergrund hörte sie die Stimme ihres Vaters. „Diese Hure! Ich schlage sie grün und blau."
    
    „Ich hole dich ab. Wo wohnt deine Freundin?"
    
    „Die haben ne Villa. Ich schicke dir die Adresse aufs Handy. Warte am besten vor dem Tor. Es kann aber noch ...
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