1. Gut Jaspis (Teil 02)


    Datum: 12.09.2024, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Nuancen ans Tageslicht brachte. Es war im Kern stets ein und derselbe Stein und doch schien er sich stetig zu wandeln und unerwartete Facetten von sich preis zu geben. Die Vorstellung gefiel mir, da diese Eigenschaft mich irgendwie an mich selbst erinnerte. Vielleicht hatte meine Großmutter diese Erkenntnis weit vor mir erlangt und mir die Kette genau aus diesem Grund vermacht.
    
    Zumindest fand ich die Vorstellung, dass es so gewesen sein könnte, schön und es rührte mich nun auf eine gewisse Weise, ihre Kette nach all den Jahren, um meinen Hals zu legen. Ich trug sie mit Stolz. Irgendwann war ich endlich bei der letzten Kiste angelangt. Auch hier war nichts weiter Interessantes zu finden, mit Ausnahme eines schwarzen kleinen Beutels, welcher mir in die Hände fiel.
    
    Ich öffnete diesen, woraufhin eine alte Polaroid Kamera zum Vorschein kam. Diese hatte ich einmal von meinen Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich erinnerte mich noch daran, wie ironisch ich dieses Geschenk fand, da ich aufgrund ihrer Erziehung ja ohnehin so gut wie nichts erlebte und es somit auch wenig ereignisreiches in meinem Leben gegeben hatte, wofür es sich gelohnt hätte, die Kamera zu zücken. Also war das Gerät unbenutzt in der Rumpelkammer meines Zimmers gelandet.
    
    Kurz überlegte ich, ob ich die Polaroidkamera auch genau dort wieder versenken sollte. Doch dann kam mir ein Gedanke, der mich mit Genugtuung erfüllte und ein erneut anregendes Kribbeln zwischen meinen Beinen verursachte. Die ...
    ... Kamera sollte nun definitiv endlich zum Einsatz kommen. Und zwar jedes Mal, wenn ich etwas Aufregendes und Schönes erlebte, von dem ich wusste, dass sich meinen Eltern die Nackenhaare kräuseln würden, wenn sie mich in diesem Augenblick zu sehen bekämen.
    
    Ich wollte eine Art Fotoalbum, oder bessergesagt ein Bilderbuch erstellen, in welchem ich die Sofortbilder einkleben und mit entsprechenden Textzeilen versehen würde. Denn schon bald würde es sehr viele Momente in meinem Leben geben, bei denen es sich lohnen würde, diese fotografisch festzuhalten. Eine weitere Sache stand für mich ebenfalls fest: sollte es tatsächlich zu einem vorerst letzten Wiedersehen mit Phil kommen, so wollte ich, dass die Kamera genau bei diesem Treffen das erste Mal zum Einsatz kommt. So, wie mein nackter Körper das erste Mal bei Phil zum Einsatz gekommen war.
    
    Mit ihm hatte mein Empfinden für Sexualität bewusst angefangen und von da an eine für mich sehr positive Entwicklung genommen. Es war in meinen Augen also nur passend, wenn er die erste Seite meines Albums füllen und somit auch die erste aufregende Erinnerung in meiner neuen Lebensphase darstellen würde. Sozusagen ein Ende und ein Anfang in einem. Ich malte es mir großartig aus und wurde bei dem Gedanken daran noch hibbeliger als ich es ohnehin schon war. Immer wieder spitzte ich die Ohren, um auch ja kein Geräusch meines Handys durch eine eventuell eingehende Nachricht zu verpassen.
    
    Doch plötzlich vernahm ich ein ganz anderes Geräusch. Es war ...
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