1. Ungewöhnliche Orte der Lust


    Datum: 10.11.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... brauche. Das Prinzip ist dasselbe, nur anders herum!"
    
    Damit hatte Pia recht, wenn es mir auch nicht schmeckte. Ich fand es anders herum besser, oder war es einfach nicht gewohnt, dass mich eine Frau aushielt.
    
    Wenig später betraten wir über eine knarrende Holztreppe das Restaurant. Es war im ehemaligen Frachtraum des Schiffes eingebaut worden und verströmte eine warme, gemütliche Atmosphäre. Hier fanden wir einen mittig gelegenen Tisch, von dem wir einen wunderbaren Rundumblick hatten, obwohl der Kellner uns pikiert betrachtete. Unsere Klamotten gefielen ihm nicht.
    
    Viele Exponate hingen an den Wänden oder unter der Decke, luden unsere Augen dazu ein, sie zu betrachten.
    
    Die Karte kam schnell, ein Aperitif ebenfalls. Pia prostete mir zu und meinte mit einem sanften Lächeln auf den Lippen: "Danke für die Führung und den schönen Tag!"
    
    "Nichts zu danken, hat mir viel Spaß gemacht. Könnte man wiederholen!"
    
    Pia nickte, nippe an ihrem Glas und verdrehte ihre Augen.
    
    "Lecker. Ich liebe das Zeug. Was wollen wir essen?"
    
    "Weiß nicht, mal sehen. Für dich wäre Labskaus am besten, mit Ei und Gurke!", schlug ich ihr vor doch Pia sah mich an, als wenn sie in eine Zitrone gebissen hätte.
    
    "Neee, lass mal, das Zeug sieht aus wie schon mal gegessen und ich mag es nicht. Mir steht der Sinn mehr nach was aus dem Meer!"
    
    Pia entschied sich für Limandesfilets mit bodenständigen Bratkartoffeln und einer Buttersoße. Ich genehmigte mir ein Fischerfrühstück mit Ei, Garnelen ...
    ... und ebenfalls den gebratenen Erdäpfeln. Dazu bestellte Pia einen halbtrockenen kräftigen Grauburgunder.
    
    Wir ließen es uns schmecken. Auch einen Nachtisch, den wir genüsslich in uns hineinschoben. Als Absacker kam ein Aquavit hinterher. Pia schüttelte sich, als er ihr durch den Hals rann. "Fieses Zeug. Schmeck wie abgestorbene Füße", schimpfte sie und sah das Glas vorwurfsvoll an. "Woher weißt du wie die schmecken?", fragte ich sie belustigt.
    
    "Glaub es mir, ich hatte schon viel im Mund!", antwortete sie und lachte über mein dummes Gesicht, dass ich danach machte.
    
    "So schlimm nun auch wieder nicht. Aber ich kann es einfach nicht lassen, von Dingen die schmackhaft aussehen zu kosten!"
    
    Ich sagte nichts dazu, nahm stattdessen einen letzten Drink, bevor wir aufbrachen. Als wir die Treppe heraufgestiegen waren, war es bereits dunkel geworden. Die Zeit war schnell verstrichen, und da es im Schiffsbauch keine Fenster gab, war es uns nicht aufgefallen.
    
    Pia sah sich kurz um, und blieb mit ihrem Blick Richtung Bug kleben.
    
    "Komm mal mit!", meinte sie, griff nach meiner Hand und führte mich nach vorne, soweit es ging. "Wie war das noch?", fragte sie, als sie direkt an der Bugspitze stand. Hier griff sie nach hinten, schnappte sich meine Hände und führte meine Arme um sich herum. Ich hielt sie fest und sie breitete ihre Arme aus.
    
    Es folgte eine Szene, oft gesehen und gehört in einem amerikanischen Schiffsuntergangsfilm. Pia schrie die allseits bekannten Worte in die Luft ...
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