1. Schicksal eines Handlungsreisenden


    Datum: 17.03.2025, Kategorien: BDSM

    ... musste älter sein als es auf den ersten Blick schien, jetzt aus der Nähe waren einige Lachfältchen um die Augen zu sehen, auch wirkten ihre Hände nicht so jugendlich wie ihr Erscheinen beim Hereinkommen. Sie musste verdammt auf sich achten. Sie bewegte sich elastisch wie eine Katze. Sportlich schien sie zu sein. Unter ihrer Haut an Armen und Beinen, die aus dem Kittel herausschauten, spielten die Muskeln.
    
    Sie lächelte ihn an und die Sonne ging auf. Hatte sie vorher einen eher strengen Gesichtsausdruck, so änderte sich mit diesem Lächeln alles. Joachim vergaß, dass er entführt worden war und sie eigentlich auf die andere Seite gehörte. Sie strahlte ihn an, dass ihm warm um's Herz wurde. Dabei zog sie die Nase kraus, was ihr einen verschwörerischen und spitzbübischen Ausdruck verlieh. Sie zog sich einen Stuhl heran und setzte sich ihm schräg gegenüber. „Du bist", begann sie mit fragendem Unterton, „Joachim Karup, 36 Jahre alt, Single, Filialleiter einer mittelgroßen Weinhandlung. Stimmt das soweit?" „Ja, aber was soll das Ganze hier, bei mir ist doch nichts zu holen und ...". „Halt!", unterbrach sie ihn, „hier stellen wir die Fragen, wie es im Film immer heißt. Du bist hier zwar nicht im Film, aber es ist trotzdem so."
    
    Joachim überlegte einen Moment. Wahrscheinlich hatte es keinen Zweck, widerspenstig zu sein, er würde damit seine Lage nur verschlechtern. Also beschloss er, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und bestätigte die Angaben. Er beobachtete sich selbst und ...
    ... war schon fast verwundert, wie gelassen er bleiben konnte. Immerhin handelte es sich um eine Entführung, so viel war nun mal klar. Andererseits - er hatte irgendwie ein Gefühl, als ob ihm hier nichts Ernsthaftes geschehen würde.
    
    Die Entführerin, die ihm gegenüber saß, wirkte so gar nicht bedrohlich, eigentlich sogar richtig nett. Vielleicht würden sie ihn bald wieder laufenlassen, wenn klar würde, dass da nichts zu holen war. Er könnte das ja klar machen, dann würde sich das alles hier als ein Missverständnis erweisen. Er konnte nicht derjenige sein, der gemeint war. Also fügte er zu seiner Antwort noch schnell hinzu: „Aber bei mir ist nichts zu holen, Vermögen habe ich keins und mein Job ist nicht einmal besonders gut bezahlt."
    
    „Darum geht es auch gar nicht", fing sie an, „du wirst es ohnehin irgendwann rauskriegen, dann kann ich dir gleich erzählen, warum wir dich hier haben." Sie machte eine Pause und taxierte Joachim unverhohlen. „Wir wollen weder von dir noch von deinen Angehörigen Geld", fuhr sie fort, „es ist ein, nennen wir es mal wissenschaftliches, Interesse, das wir an dir haben. Du hast vorigen Monat im Volkslauf über die Marathonstrecke eine Zeit geschafft, die für Amateursportler eher ungewöhnlich ist. Unsere Recherchen haben außerdem ergeben, dass du kein spezielles Training absolviert hast. Das ist merkwürdig, und wir werden der Sache nachgehen." - „Dafür hättet ihr mich doch nun wirklich nicht entführen müssen", wunderte Joachim sich. „Du weißt ja noch ...
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