1. Marquise - Olé ! (1. Teil)


    Datum: 28.03.2025, Kategorien: Reif

    ... "Mmhh, köstlich". Das war schon einmal etwas Neues. Er hörte dann aus der hintersten Ecke ein lautes Lachen und als er den Kopf streckte, sah er zwei stark geschminkte Damen mit leicht zerzaustem Haar. Sie machten den Anschein, als ob sie die Nacht durchgemacht hatten. "Das fängt ja frivol an" dachte sich der Architekt. Und schon stand eine der beiden Damen auf und kam mit wippenden Hüften zu ihm "Es strangiero?" das verstand er gerade noch und sagte "Si". Und er doppelte gleich nach und fragte: "Donde hay un hotel?" Die Dame war verblüfft, weil sie gar keine Gelegenheit hatte, ihn zu fragen, was er denn so wünsche. "un hotel por una noche?". "No, por una semana o dos". "Ah, un hotel serioso. Claro, claro, donce viene!" . Sie ging zur Tür und er stand schnell auf und folgte ihr. Auf der Ramblas schmunzelte sie und fragte: "Franchese?" "No Suizo". "Buono!". (Das war so ihr Kurzdialog.) Sie führte ihn links in eine dunkle Gasse und wippte immer noch mit ihren Hüften. Nach 50 m kamen sie zu einem Eingang, über dem mit abgeschossener roter Farbe "Hotel El Torro' stand. "Es un hotel barato, perro limpio." Er verstand nicht, was sie meinte. "Vienes comer con mi esta tarde?" fragte sie noch. Aber ohne wirklich eine Antwort abzuwarten ging sie hüftwippend von dannen und er trat ein. Eine Matrone stand hinter der Theke und hob den Kopf als er eintrat. Sie schaute über die Brille hinweg auf den Neuankömmling und hob ihre Augenbrauen anstatt eine Frage zu stellen. "Una camera por ...
    ... favor, por 4, 5 o 6 noches!"- "Buono, tengo el numero 4 a la secundo piso. Muy tranquillo." "Si, muy bien." Sie reicht ihm die Schlüssel und mit einer Kopfbewegung zeigte sie, wo die Treppe ist. Der Architekt stieg in den 2. Stock, wo das Zimmer Nummer 4 ist. Als er eintrat war er überrascht, wie gross und ansehnlich das Zimmer war und er dachte die lockere Dame vom Café hat ihm wohl einen guten Dienst erwiesen. Er richtete sich ein, erfrischte sich und ruhte sich ein wenig aus.
    
    Erkundungen
    
    Um 12 Uhr ging er aus dem Hotel mit der Absicht die Stadt zu erkunden, damit er sich besser orientieren konnte. Er folgte der Gasse, die sie anfänglich nahmen um zum Hotel zu kommen. Bald stank es nach Urin und die Mauern bröckelten immer mehr ab. Prostituierte standen in den Hauseingängen und die Blicke von düsteren Männern versprachen nichts Gutes. Dem Architekten wurde es mulmig und plötzlich machte eine Kehrtwende und ging zurück. Einige Damen meinten schon, dass er ernsthaft interessiert wäre, weil er nochmals an den Eingängen vorbei ging und sie nochmals anglotzte. Eine sagte: "100 pesetas". Er wurde rot im Gesicht und lief weiter. Bald kam er wieder zur Ramblas und holte tief Luft. Es roch hier doch wesentlich besser, nämlich nach salziger Meerluft. Dann nahm er einen zweiten Anlauf und tauchte in eine Gasse auf der anderen Seite der Ramblas ein. Hier folgte sich ein Laden nach dem andern: ein Uhrenladen, ein Hutgeschäft, eine Buchhandlung und ein Lokal mit allerlei Vasen und ...
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