Das Schwein
Datum: 31.07.2025,
Kategorien:
Nicht festgelegt,
Alles nur Fiktion.
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„Du bist ein mieses Schwein!" Das war das, was mir meine „Ex-Freundin" zum Abschied noch zugerufen hatte, bevor sie die Tür zugeknallt hatte und für immer aus meinem Leben verschwand. Naja, ich ließ es zu, denn ich hatte Unterlagen über sie, die sie für die nächsten 5 Jahre in den Knast gebracht hätten. Steuerhinterziehung, nicht so viel wie bei Uli Hoeneß, aber sie war ja auch nicht Uli Hoeneß. Sonst hätte ich sie wahrscheinlich auch nicht gefickt.
Ich arbeitete beim Bundesfinanzministerium, irgendwo im Keller, Aktenablage, Laufbursche, Depp vom Dienst, aber mit Beamtenstatus, was mir ein relativ sorgenfreies Leben bescherte. Günstige Kredite, Vorteile bei Versicherungen, regelmässige Einkünfte und, wenn ich keine Fehler machen würde, Geld im Alter, was ja viele nicht haben werden.
Meine „Ex-Freundin", ihren Vornamen hatte ich schon vergessen, irgendwas mit B, glaube ich, lernte ich in einer Kneipe kennen. Ich hatte in der Arbeit ihre Steuerunterlagen zur Digitalisierung vorbereitet und mir waren ein paar Unregelmässigkeiten aufgefallen. Zuwendungen ihrer durchaus reichen Eltern, die sie nicht angegeben hatte, Tricksereien mit Umsatzsteuervoranmeldungen und einige dubiose Quittungen und Rechnungen.
‚Da geht doch was', dachte ich und schrieb ihr eine Email von einer meiner Emailkonten, die ich damals noch anonym erstellen konnte und die nur sehr schwer zurückverfolgbar waren, oder gar nicht, wenn man in ein Internetcafé ...
... ging, um die Nachricht von dort zu senden. Jedenfalls zählte ich ihre fiskalen Versäumnisse auf, belegte sie mit einigen Screenshots und vereinbarte ein Treffen in einer Kneipe, in die ich eigentlich nie ging.
Zehn Minuten vor der vereinbarten Zeit war ich vor der Kneipe und beobachtete das Treiben der Gäste, die kamen oder rauchend vor dem Laden standen, als ich sie um die Ecke kommen sah. Mit einem Prepaid Handy schickte ich ihr eine Nachricht: „Zieh deinen Slip und BH aus, bevor du in die Kneipe gehst." Sie schaute auf das Display, las die Nachricht und war verärgert. Sie schaute sich um, ich war im Park gegenüber nicht zu erkennen.
Sie ging um eine Ecke, es dauerte ein wenig, dann hatte sie BH und Slip in der Hand, wedelte sichtbar damit herum und warf alles in einen Mülleimer an der Straße. Dann ging sie in die Kneipe. Ich überquerte die Straße und überlegte meine nächsten Schritte, trat ein und ging direkt zum Tresen, setzte mich auf einen Hocker und bestellte ein Bier. Ich trank einen Schluck und drehte mich langsam um, als ich sie an einer Säule stehen sah.
Sie scannte alle Leute, die in der Kneipe waren, um herauszufinden, wer ich wäre. Als sie zu mir schaute, drehte ich mich zur Seite und hantierte mit dem Mobiltelefon. Sie tippte eine Nachricht in ihr Telefon: „Wo sind Sie?" Der Bildschirm glimmte auf und ich las die Nachricht. „Auf dem Männerklo, wir treffen uns bei der rechten Tür."
Sie suchte die Beschilderung und ging zu den Toiletten. Ich folgte ihr. ...