1. Fortbildung


    Datum: 26.01.2026, Kategorien: Sex bei der Arbeit,

    ... Draußen peitschte der Regen gegen die Fenster, drinnen roch es nach Eukalyptus und Hitze.
    
    Als wir die Tür zur eigentlichen Sauna öffneten, traf uns eine Welle heißer Luft. Und ein unerwarteter Anblick. Zwei ältere Damen saßen bereits auf der obersten Bank, völlig nackt, die grauen Haare kunstvoll hochgesteckt, die Haut rosig vom Dampf. Sie blickten nicht einmal überrascht auf, als wir eintraten - vielmehr eher amüsiert.
    
    "Na sowas", sagte die eine, mit einem norddeutschen Akzent, den ich sofort mit Fischbrötchen und steifen Brisen verband. "Da kommen ja zwei ganz Züchtige!"
    
    Die andere kicherte und schlug mit einem Bündel Birkenzweige auf ihr Bein. "So eingepackt, als wollten sie gleich heiraten und nicht schwitzen."
    
    Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Lothar versuchte, ein höfliches Lächeln zu zeigen, doch ich sah, wie er die Lippen zusammenpresste.
    
    "Wir ... sind nur Kollegen", sagte ich schnell. Warum eigentlich? Den beiden Damen war das vermutlich völlig egal.
    
    "Na, das sagen sie alle", erwiderte die Erste mit einem spitzbübischen Grinsen. "Aber wir erkennen ein verklemmtes Ehepaar, wenn wir eins sehen."
    
    Lothar und ich wechselten einen Blick. Und dann - brach ich in Lachen aus. Laut, befreiend, beinahe kindlich.
    
    "Vielleicht sind wir das auch", sagte ich, mehr zu ihm als zu ihnen. "Ein verklemmtes Ehepaar ohne Ehering."
    
    Er sah mich einen Moment lang nur an. Dann nickte er langsam.
    
    "Dann wird's Zeit, dass wir das "Verklemmte" ablegen, ...
    ... oder?"
    
    Lothar und ich standen da wie zwei übergroße Frühlingsrollen in weißen Handtüchern, während die beiden Damen uns weiter mit einem Blick musterten, der irgendwo zwischen Mitgefühl, Spott und wohlwollender Lebenserfahrung lag.
    
    "Setzt euch ruhig zu uns", sagte die mit dem Birkenzweig, während sie sich demonstrativ noch ein wenig breiter hinsetzte. "Wir beißen nicht. Jedenfalls nicht mehr. Die Zähne sind ja nicht mehr das, was sie mal waren."
    
    Lothar räusperte sich. Ich sah, wie er nach Worten suchte, aber ausnahmsweise war er sprachlos. Ich hingegen setzte mich vorsichtig auf die unterste Bank, das Handtuch fest um meinen Körper geschlungen wie eine Ritterrüstung. Die Hitze kroch mir sofort in die Hautporen, und ich fühlte, wie sich kleine Schweißperlen auf meiner Stirn sammelten. Oder war das Nervosität?
    
    "Ich heiße übrigens Ruth", sagte die Zweigschwingerin. "Und das ist meine Schwester Hannelore. Wir machen jedes Jahr eine Woche Wellnessterror. Weißt du, Sophia, in Deinem Alter war ich auch noch so verkrampft."
    
    "Wieso wissen Sie meinen Namen?", fragte ich überrascht.
    
    Ruth zwinkerte. "Du hast Deinen Bademantel draußen über einen Stuhl gehängt. Mit Namensschild. Lehrerfortbildung, stimmt's?"
    
    Ich nickte. Ein bisschen verlegen, ein bisschen beeindruckt.
    
    Wir erzählten beiden von unserem Drama.
    
    "Tja, dann seid ihr also wirklich Kollegen?", fragte Hannelore und legte den Kopf schief, "Oder sagen wir's, wie's ist: Sie ist jung, er ist graumeliert, und ...
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