1. Amina und der Jurist – Ungewöhnliches Matching einer Partnersuche


    Datum: 27.01.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    ... erfüllten Versprechen gehört, gegen die es rechtlich keine Handhabe gab. Mein Verstand sagte mir klar und deutlich: Marcel, das ist zu riskant und bringt dir außer Spesen rein gar nichts. Du fällst auf so etwas nicht rein!
    
    Also musste ein anderer Plan her. Ich beschloss, mich in Welten zu begeben, die mir eigentlich völlig fremd waren: Discos und Studentenfeste. Ich, derjenige, der am liebsten seine Abende mit einem guten Fachbuch auf dem Sofa verbrachte, sollte mich ins Getümmel stürzen? Die Vorstellung war absurd, aber ich war verzweifelt genug, um es zu versuchen. Und so stand ich da, meistens allein, am Rand der Tanzfläche, fühlte mich unwohl in meiner Haut und wusste nicht, wie ich Anschluss finden sollte. Die Musik war zu laut, die Menschenmengen waren zu dicht und ich fand einfach keinen Zugang. Es war, als würde ich eine Sprache sprechen, die niemand verstand, als wäre ich ein Alien auf einem fremden Planeten. Jeder schien in seinen eigenen Freundeskreisen gefangen zu sein und ich war einfach nur ein unbeteiligter Beobachter. Die wenigen zaghaften Versuche, ein Gespräch zu beginnen, verliefen sich im Lärm und in der Gleichgültigkeit.
    
    Als ich dann von einem wöchentlichen Singletreff in einem Lokal an der Donau hörte, keimte wieder ein schwacher Funken Hoffnung in mir auf. "Offen für alle ab 18", hieß es. Eine ungezwungene Atmosphäre, in der jeder auf der Suche war - das klang vielversprechend. Ich machte mich auf den Weg, voller Erwartung, vielleicht endlich ...
    ... jemanden Gleichgesinnten zu treffen. Doch die Realität war ein Schlag ins Gesicht, der meine letzten Hoffnungsblitze auslöschte. Kaum war ich eingetreten, wurde mir klar, dass die Altersangabe wohl eher eine Art schlechter Witz war. Die meisten Anwesenden waren deutlich älter als ich - fast ausschließlich ältere Männer und ein paar noch viel ältere Frauen, denen die Lebenserfahrung ins Gesicht geschrieben stand, woran auch dick aufgetragenes Make-up nichts mehr zu beschönigen vermochte. Nichts gegen sie persönlich, aber das war nicht das, wonach ich suchte. Die Enttäuschung war so überwältigend, dass ich mich noch einsamer fühlte als zuvor.
    
    Ich stand an der Glaswand, blickte auf die in der Abenddämmerung ruhig dahinplätschernde Donau und fragte mich, ob meine Suche nach erfüllter Liebe in dieser großen Stadt jemals von Erfolg gekrönt würde. War ich zu wählerisch? Zu unbeholfen? Oder gab es einfach niemanden, der zu mir passte? Die anfängliche Euphorie war einer tiefen, bitteren Melancholie gewichen. Ich fühlte mich wie ein Schiff, das auf dem weiten Ozean trieb, ohne Kompass und ohne Hafen in Sicht.
    
    Kapitel 2
    
    Die anhaltenden Rückschläge bei meiner Partnersuche ließen mich immer tiefer in eine Welt der Fantasie abtauchen. Es war, als würde ich vor dem tristen Alltag fliehen, der mich in meinem kleinen, nur 30 Quadratmeter messenden Apartment in einem Hochhaus unweit der Donau umgab. An den Abenden, wenn die Einsamkeit besonders drückend war und ich auf die Lichter der ...
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