1. Flirt im Lager


    Datum: 28.01.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... geht, ist's vorbei.
    
    Caro:
    
    Tut's weh?
    
    Ich:
    
    So sehr, dass ich mir die Lippen blutig kaue.
    
    Aber es ist gut so.
    
    Er hat nie verlangt, dass ich bleibe.
    
    Und ich hab nie versprochen, dass ich's tu.
    
    Caro:
    
    Du bist so viel mutiger, als du denkst, Vee.
    
    Du hast dich hingegeben. Du hast dir was genommen. Du hast nichts bereut.
    
    Das machen nicht viele.
    
    Ich:
    
    Ich bereu gar nichts.
    
    Nicht mal den Teil, wo ich wusste, dass ich's verlieren werde.
    
    Caro:
    
    Und jetzt?
    
    Ich:
    
    Jetzt pack ich meine Sachen. Nicht für ihn. Für mich.
    
    Krüger hat mir das Studium angeboten. Firmenkosten, alles bezahlt.
    
    Weißt du, wie sich das anfühlt, Caro?
    
    Ich, die immer dachte, sie wird höchstens die Beste am Telefon — jetzt krieg ich mein Diplom auf dem zweiten Bildungsweg.
    
    Weil ich's will. Nicht, weil ich's muss.
    
    Caro:
    
    Du packst das.
    
    Und du wirst alle wegschnupfen, die dir sagen, dass du zu laut bist. Du warst immer zu viel für die Falschen — und jetzt bist du endlich genau genug für dich.
    
    Ich:
    
    Ich heul grad. Ich hab sein T-Shirt noch an.
    
    Ich riech ihn. Und ich schmeck mich.
    
    Und ich hab keinen Bock, dass einer denkt, das ist traurig.
    
    Es ist nicht traurig. Es ist echt.
    
    Caro:
    
    Du bist mein verdammter Stolz, Verena.
    
    Mach dein Ding.
    
    Und wenn du zwischendurch mal Lagerstaub brauchst — ruf mich an. Ich bring Moos mit.
    
    Aber diesmal nur für den Garten.
    
    Ich:
    
    Ich liebe dich, Beichtmutter.
    
    Caro:
    
    Ich dich auch.
    
    Jetzt geh ...
    ... schlafen. Morgen fängst du an.
    
    Epilog
    
    Ich wachte am nächsten Morgen auf, allein in meinem Bett, in meinem viel zu großen Bett, das plötzlich genau groß genug war für meine Pläne.
    
    Die Luft roch nicht mehr nach ihm, sondern nach Kaffee, den ich mir selbst kochte, um mir zu beweisen:Ich kann allein aufstehen. Ich kann allein was reißen.
    
    Ich ging ins Bad, wusch mein Gesicht, strich meine Augenringe glatt.
    
    Seine Zahnbürste stand noch im Becher. Ich ließ sie stehen. Ein kleiner Beweis, dass ich jemanden gehabt hatte, der mich genommen hat, wie ich war — ohne Netz, ohne Filter.
    
    In meinem Kopf ratterte es: Das Studium. Die Abende nach der Arbeit, an denen ich Skripte lesen würde, während mein Handy vibrierte, weil irgendwer eine Sprachnachricht wollte.
    
    Ich würde müde sein. Ich würde jammern. Ich würde manchmal denken:Ich kann das nicht.
    
    Aber ich würde es tun.
    
    Weil ich's für mich tat.
    
    Weil ich's Lasse nie schuldig war — sondern nur mir selbst.
    
    Ich sah mich im Spiegel an, zog mir mein Hemd über die Schultern, band meinen Zopf fest, so fest, dass er meinen Nacken straffte.
    
    Ich grinste mein Spiegelbild an.
    
    „Du bist zu viel, Verena. Und das ist genau richtig so.
    
    Jetzt geh raus. Lern was. Mach deinen Abschluss.
    
    Und wenn du wieder Lust auf Moosflecken hast — such sie dir. Aber diesmal nur, wenn sie dir nicht den Kopf fressen."
    
    Ich steckte mein Tablet in die Tasche, schnappte mir meine Kaffeetasse und trat raus in die kühle Morgenluft.
    
    Ein ...