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Flirt im Lager
Datum: 28.01.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
... Stapel Studienunterlagen unter dem Arm, meine Schlüssel in der Hand, mein Herz immer noch ein bisschen zu laut. Ich war keine von denen, die sich ein Haus bauten. Ich baute mir nur eins: meinMehr. Mit jedem Satz, den ich lernte, jedem Kurs, den ich schaffte, jedem Tag, an dem ich zu viel blieb — für mich. Ich saß da, Reihe drei von hinten, mein Kaffeebecher dampfte, obwohl er eigentlich schon fast leer war. Mein Block lag aufgeschlagen vor mir, sauber, kaum bekritzelt — nur in der Ecke ein kleiner Kreis, ein Fragezeichen, ein Pfeil, der ins Nichts zeigte. Ich atmete einmal tief ein.Erster Tag, Verena. Nicht weglaufen. Nicht kleinmachen. Ich spürte ihn noch in meinem Nacken. Lasse. Nicht körperlich, aber wie so ein Abdruck, den man auf seiner Haut trägt, wenn man zu lang gefesselt war — aber freiwillig. Ich lächelte in meinen Becher, nippte am kalten Rest, brannte mir trotzdem fast die Lippe. Irgendwo zwei Reihen vor mir ließ jemand einen Stift fallen. Ich sah hoch. Und da war er. Kein Lagerarbeiter. Kein Typ aus meinen üblichen Kategorien. Ein Kommilitone. Braune Haare, Ärmel hochgekrempelt, Sommersprossen auf dem Unterarm. Er bückte sich, hob seinen Kulli auf, richtete sich auf — und sah mich direkt an. Nur eine Sekunde. Aber mein Herz klopfte. Nicht so, wie bei Lasse, nicht so, dass ich dachte, ich müsste sofort an seinem Gürtel zerren. Sondern eher so:Ach guck. Da draußen sind noch welche, die man anschauen kann. ...
... Noch welche, bei denen ich mir kurz vorstelle, wie es wäre, die Zunge über diesen Arm zu ziehen. Ich grinste in mich hinein, strich mir eine Strähne hinters Ohr. Er drehte sich wieder um. Kein Lächeln. Kein Flirt. Nur diese winzige Sekunde, die reichte, um mich daran zu erinnern: Ich bin immer noch Verena. Ich hab immer noch Hunger. Und ich darf immer noch alles denken, was ich will. Der Dozent fing an zu reden, schob Formeln über den Beamer, die Hälfte ging an meinem Gehirn vorbei. Aber ich war hier. Mit kaltem Kaffee, warmem Bauch und einem Kopf, der nicht mehr nur an Lasse dachte, sondern auch daran, was ich alles noch sein konnte. Ich konnte Studentin sein. Ich konnte Chefin werden. Ich konnte Moosflecken haben — und mich trotzdem für Bilanzen interessieren. Ich sah noch mal zu ihm. Brauner Haartyp, Fleißblock, Kragen ein bisschen zu ordentlich. Vielleicht würde ich ihn nie ansprechen. Vielleicht würde ich nie wissen, wie er hieß. Aber in meinem Kopf nannte ich ihnPlan B. Nur für den Fall, dass ich wieder jemanden brauchte, der mich daran erinnerte, dass ich mich nicht kleinmachen musste. Ich biss mir auf die Lippe, malte eine winzige Handschelle in meinen Block. Ich schrieb daneben:Du darfst alles. Dann nahm ich einen Schluck Kaffee, spürte, wie mein Herz wieder normal schlug — nicht weniger laut, nur klarer. Ich riss mein Handy aus der Tasche, knipste heimlich meinen Block. Oben Kritzel-Käfige, unten ein schiefer ...