1. Erregung


    Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif

    ... Griff, meinem Druck, meiner Bewegung, meinem Besitz. Und zwischen ihnen - dieser Spalt. Kein versiegeltes Versprechen, keine zarte Rosenknospe mehr, sondern eine geöffnete, eine beanspruchte Stelle, ein schimmerndes, schillerndes Nass, nicht ganz klar, nicht ganz milchig, nicht ganz von ihr, nicht ganz von mir - ein weißliches Echo meines Seins, meines Kommens, meines Wollens, das nicht gesät, sondern entlassen wurde, nicht in den Ursprung, sondern in die Umkehr, nicht in die Gebärmutter, sondern nach Sodom, dorthin, wo nichts wächst, nur Erinnerung, nur Scham, nur dieser seltsame Stolz, der sich sofort wieder selbst beschmutzt.
    
    Ich machte Scherze. In mir. Still. Ich dachte, dass dort kein Kind entstehen würde. Kein Sohn, keine Tochter, keine Kassandra. Kein Beweis. Nur das Bild. Der sogenannte „Cumshot", wie sie es nennen. Die anderen. Die Jüngeren. Die Pornografen. Dieses absurde Wort, das mehr mit Zielscheibe zu tun hat als mit Zärtlichkeit. Und ich dachte, wie ekelhaft das doch war. Wie lächerlich. Wie schamlos. Wie schön. Wie gewaltig. Und wie erbärmlich. Alles zugleich. Diese glänzende Spur, dieses sich kräuselnde Sekret, das ich hinterlassen hatte wie eine Unterschrift, wie ein Verbrechen, wie ein Abdruck meines Innersten, dort, wo es keiner sehen sollte, außer mir.
    
    Und sie atmete ruhig. Als hätte sie geschlafen. Als wüsste sie nichts. Oder alles. Und ich fror noch immer. Und ich war stolz. Und ich war angewidert. Und ich liebte sie. Vielleicht. Für diesen ...
    ... einen Moment. Für diese eine Öffnung. Für diesen letzten, schimmernden Ort.
    
    Jetzt, Jahre später, sitzt sie mir gegenüber, am Tisch, mit diesem feinen Seidenschal, der nichts mehr verbirgt, was ich nicht längst gesehen habe, nichts mehr verschleiert, was nicht längst verbraucht ist, sitzt mir gegenüber, trinkt ihren Champagner, spricht mit ihrem Mann über eine Opernpremiere, als hätte sie nie gestöhnt unter mir, nie gewinselt, nie gefleht.
    
    Und ich frage mich, ob sie daran denkt.
    
    Jetzt, in diesem Moment.
    
    Ob sie an Sodom denkt.
    
    An Gomorrha.
    
    An das Danach?
    
    An mich!
    
    Ob sie mich vielleicht ansieht, ganz kurz, mit diesem einen, kaum merklichen Blick, der sagt: „Du weißt es noch, nicht wahr?"
    
    Ob sie sich noch erinnern kann, wie sie mich führte, wie sie sich öffnete, weiter, tiefer, anders, als es erlaubt war.
    
    Und ob sie sich fragt, was aus mir geworden ist - ob ich noch kann, ob ich noch will, ob ich noch so nehmen würde wie damals.
    
    Ob ich sie noch einmal so nehmen würde.
    
    Ich weiß es nicht.
    
    Ich glaube nicht.
    
    Denn der Ekel ist größer geworden.
    
    Nicht nur vor ihr.
    
    Auch vor mir.
    
    Ich sehe ihre Hand auf dem Glas, diesen alten Ring, den sie noch immer trägt, ein Familienerbstück, sagt sie immer.
    
    Ich sehe das Profil, das einst zart war und nun schärfer geworden ist, kantiger, gezeichneter.
    
    Ich sehe die Brust, die nun gesenkt ruht, versteckt unter Stoff, aber nicht mehr spannend, nicht mehr lockend.
    
    Und ich sehe, wie sie lacht.
    
    Ein ...
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