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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... es zu wissen, und sie sagte nichts, sie trat nicht ein, sie ging nicht weg, sie stand nur da, sie sah uns an, mich und die Tochter, mich und die Zukunft, die mich abgewiesen hatte, mich und meine Schuld, und ich dachte:Sie weiß alles. Sie weiß, wie ich es versucht habe. Sie weiß, wie ich gescheitert bin. Sie weiß, wie ich sie geleckt habe. Sie weiß, wie ich es bei ihr tat, vor Jahren, genau so. Und sie weiß, dass ich es heute nicht mehr kann. Ich setzte mich auf, ich richtete mich auf, ich knöpfte mich zu, ich sagte:Ich wollte nur, aber ich beendete den Satz nicht, weil es sinnlos war, weil nichts zu sagen war, weil alles gesagt war, durch Blicke, durch Schweigen, durch das Nicht-Gelingen. Claudia nickte. Nur ein einziges Mal. Ein langsames, schmerzhaftes Nicken. Dann drehte sie sich um. Und ging. Und ich saß da. Im kleinen Gästezimmer. Mit einem Körper, der noch wollte. Und einer Würde, die längst gegangen war. Sie war wieder da, plötzlich, nicht laut, nicht überraschend, einfach da, wie eine, die nie ganz gegangen war, die sich zurückgezogen hatte, um genau dann wieder zu erscheinen, wenn man sich sicher war, dass es vorbei sei, dass nichts mehr käme, dass man nun allein sei mit seinem Versagen, mit der Peinlichkeit des nicht geglückten Versuches, mit dem weichen, schlaffen, noch zuckenden Gefühl in der Hand, mit dem Druck, der sich nicht gelöst hat, weil der Körper noch wollte, obwohl der Geist längst aufgegeben hatte, und ...
... dann war sie da, Claudia, stand neben dem Bett, trat näher, sagte nichts, sagte gar nichts, sah mich nur an mit diesem Blick, der alles wusste, alles gesehen hatte, alles durchdacht hatte, bevor ich es überhaupt zu Ende denken konnte, sie sah mich an, wie nur Frauen sehen, die nicht mehr kämpfen, weil sie gewonnen haben, die aber trotzdem noch einmal zurückkehren, nicht aus Mitleid, nicht aus Restlust, sondern aus einem eigensinnigen Willen, aus einer Mischung aus Herrschaft und Erinnerung, aus etwas, das größer ist als Moral, und sie setzte sich, neben mich, nicht auf das Bett, sondern auf mich, auf meinen Schenkel, nicht ganz, nur zur Hälfte, und ich spürte sofort ihre Wärme, durch den Stoff, durch mein Versagen hindurch, ich spürte sie, und ich zuckte nicht, ich sagte nichts, ich wagte es nicht, etwas zu sagen, sie nahm meine Hand, sie nahm sie einfach, ohne zu fragen, ohne Ankündigung, und sie führte sie zu mir selbst, sie ließ mich spüren, dass ich noch da war, dass ich noch funktionierte, dass etwas in mir noch reagierte, sie hielt die Hand nicht fest, sie ließ sie dort, sie hielt sie nur leicht, wie man ein Werkzeug führt, das man kennt, und dann, fast gleichzeitig, hob sie sich, sie beugte sich über mich, oder über mein Gesicht, sie zog ihr Kleid hoch, nicht hastig, nicht mit Lust, sondern mit Absicht, mit einer Ruhe, die mich erstarren ließ, und sie setzte sich, nicht auf mich, nicht auf meine Brust, sondern höher, viel höher, sie setzte sich so, dass ihre Oberschenkel ...