1. Die Polizistin


    Datum: 03.02.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Hauptkommissars besagte, wenn sie mich alle kennen würden, würde die Arbeit besser funktionieren.
    
    Das Wochenende war als Weiterbildung in Teambildung deklariert worden. Bei meinen Boss war es wirklich eine Weiterbildung, mindestens in Sachen Sex. Ich bedauerte seine Frau, die sich mit ihm abgeben und sich ihm hingeben musste. Beim Sex hielt der Hauptkommissar nichts von Teambildung er wollte mich alleine, ich musste es nur mit dem ihm tun. Ich hätte es mit allen getan, der Team-Bildung wegen und weil ich ein Ziel vor Augen hatte. Aber der Polizeihauptkommissar wollte das offensichtlich nicht. Aber ich kam gut mit den anderen klar. Wenn sie ihre sexistischen Witze rissen, lachte ich einfach mit, damit sie mich akzeptierten. Zwischendurch schwamm ich im See.
    
    Ich legte mich auf den Rücken, schaute beim Schwimmen in den Himmel, hinauf zu den Wolken und dachte an João, meinen Freund, der alleine zu Hause sass und auf mich wartete. Sein deutscher Vater war schon lange tot, gestorben bei einem Verkehrsunfall. Seine brasilianische Mutter hatte ihn mit Ach und Krach und wenig Geld durch gebracht. Jetzt arbeitete er in einer Kneipe, in der Recht und Ordnung nach deutschen Gesetzen nicht galten.
    
    Meinen Namen hatte er sich tätowieren lassen, genau über seinem Herzen. Bei der Polizei waren sichtbare Tattoos verboten. Sonst hätte ich mir seinen Namen auf meinen linken Oberarm stechen lassen, auf dem rechten Oberarm gab es genügend Platz für all die Namen unserer Kinder, die wir ...
    ... wollten. Natürlich wäre sein Name nicht sichtbar gewesen, wenn ich die Uniform trug, also erlaubt. Aber die Uniform trug ich nicht immer. Hier auch nicht, also verzichtete ich vorerst darauf.
    
    Ich liebe João. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, es war der dritte. Ich erinnere mich nicht an den ersten und auch nicht an den zweiten. João hat mir erzählt wann es war, an einem kalten Dezembertag mit Nieselregen. In die Kneipe ging ich nur, um ich aufzuwärmen. Er stand hinter der Theke. João behauptet, dass ich ihm direkt in die Augen geschaut hätte, als ich den ersten Tee mit Rum bestellte. Und dann nochmals, als ich einen zweiten wollte. Beim Bezahlen erst sah ich ihn wirklich. Es war dieser dritte Blick, der mich fesselte, den ich von ihm nicht abwenden konnte, bei dem ich fast das Bezahlen vergass.
    
    João bestand darauf, dass es bei ihm Liebe auf den ersten Blick war. Ich akzeptierte das einfach. Das Wiedersehen verunglückte. Wir verabredeten uns in einem Cafe, abends um sechs. Um sechs hatte ich an diesem Wochenende Dienstschluss. Ich vergass ihm zu sagen, dass ich den Samstag meinte, er war erst man Montag dort. Ich vermisste ihn am Samstag und am Sonntag. Montags und Dienstags kompensierte ich das Wochenende. Er vermisste mich am Montag und Dienstag und am Mittwoch und Freitag. Denn ab Mittwoch hatte ich Nachtschicht.
    
    Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick, João schon. Pünktlich um sechs war er deshalb im Cafe. Jeden Abend. Nur am Wochenende nicht. Ich ...
«1234...8»