1. Die Macht der Nacktheit - Wo ist der Satyr?


    Datum: 11.02.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus

    Der Abend senkte sich über das Atelier des Phidias wie ein schwerer Samtvorhang. Der Raum roch nach frischem Marmorstaub, Olivenöl und dem schwachen Harz der Fackeln, die in bronzenen Haltern flackerten. In der Mitte des großen Tisches – aus Eichenholz, übersät mit Meißeln, Linealen und halbfertigen Modellen – stand die Statue.
    
    Phidias hatte sie selbst hereingetragen, vorsichtig, als wäre sie aus purem Licht gegossen. Es war nur ein grobes Modell aus Gips und Ton, noch nicht der endgültige Marmor, doch die Form war bereits klar: ein Satyr, halb Mensch, halb Ziege, mit wildem Bart, spitzen Hörnern und einem schelmischen Grinsen. Die eine Hand hielt eine Doppelflöte an die Lippen, die andere ruhte lässig auf der Hüfte. Und zwischen den behaarten Schenkeln ragte das Glied – nicht übertrieben, aber stolz, erigiert, als wollte es die Welt herausfordern.
    
    Er trat zurück, wischte sich die Hände an der Tunika ab und wandte sich seinen Töchtern zu.
    
    Kalliope stand mit verschränkten Armen da, die Augen scharf und analytisch. Eudora lehnte am Tischrand, ein schelmisches Lächeln um die Lippen. Thalia hielt den Atem an – ihre Wangen waren leicht gerötet.
    
    „Seht sie euch an“, sagte Phidias mit tiefer, ruhiger Stimme. „Das ist der Auftrag des Tempels. Für Dionysos selbst – oder vielleicht Pan. Der Priester verlangt Perfektion. Nicht nur Schönheit. Wahrheit. Die Essenz der Männlichkeit: groß, dick, unerschütterlich standhaft. Kein Ideal aus Marmor. Etwas Echtes, das ...
    ... pulsiert.“
    
    Er deutete auf das erigierte Glied des Satyrs.
    
    „Ich brauche Maße. Viele Maße. Von Athenern, Spartanern, Nubiern – von überall. Den Größten. Den Dicksten. Und vor allem: den Standhaftesten. Einen, der nicht nachlässt, wenn die Prüfung beginnt.“
    
    Er zog drei kleine Elfenbein-Lineale aus einer Schatulle – eines für jede – und legte sie auf den Tisch. Daneben ein Fläschchen mit duftendem Öl.
    
    „Ihr werdet es tun. In der Öffentlichkeit, wo es echt ist. Berührt sie. Erregt sie. Messt sie. Notiert alles: Länge im Ruhezustand, Länge erigiert, Umfang, Härte, wie lange sie halten, wie viel sie geben. Keine Gnade. Keine Scham. Nur Wahrheit.“
    
    Thalia schluckte. „Vater… wir sollen… alleine?“
    
    „Zusammen oder getrennt. Aber fangt an. Heute noch. Die Agora ist voll. Die Hitze macht sie empfänglich.“
    
    Kalliope nahm ihr Lineal als Erste. „Wir bringen dir die Besten.“
    
    Eudora griff grinsend nach ihrem. „Und ich wette, ich finde den, der am schnellsten spritzt – nur um zu sehen, ob er danach noch kann.“
    
    Thalia zögerte, dann nahm sie das dritte. Ihre Finger zitterten leicht.
    
    Phidias nickte einmal. „Geht. Und kommt mit Zahlen zurück, die diese Statue lebendig machen.“
    
    Die Schwestern wandten sich um. Die Tür fiel leise hinter ihnen ins Schloss. Draußen wartete Athen – laut, heiß, voller Männer.
    
    Die Agora summte wie ein Bienenstock. Händler riefen Preise für Oliven und frischen Fisch, Philosophen stritten unter Säulengängen, Sklaven schleppten Amphoren. Thalia hielt den Korb ...
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