1. La Feuille de Rose


    Datum: 15.02.2026, Kategorien: Fetisch

    Kurzer Prolog -- eine Warnung
    
    Meine Geschichte ist schmutzig. Und dergestalt, dass sich jeder, oder fast jede und jeder, kopfschüttelnd abwenden wird, denn sie handelt von einer Perversion. Sexualwissenschaftler sind heutzutage vorsichtig mit dem Begriff, soweit ich weiß, oder lehnen ihn gänzlich ab, weil in der Einschätzung von Praktiken und Vorlieben vieles vom Zeitgeschmack abhängt und er sich fortwährend ändert.
    
    Aber ich erzähle von einer Perversion, die auch noch ausschmücke, das sollten Sie wissen - und den Schund, den Sie in der Hand halten oder als Datei gerade lesen, schnellstmöglich von sich weisen.
    
    Lesen Sie meine Geschichte nicht.
    
    Sie können das als Koketterie eines überspannten Autors werten, aber ich versichere Ihnen, dass ich es ernst meine. Lesen Sie das kranke Zeug nicht, das ich aufgeschrieben habe. Okay, ich gebe zu, ich hatte sogar Spaß daran, die Geschichte von LA FEUILLE DE ROSE auszuspinnen, ihre Charaktere zu entwickeln. Mein abseitiges Vergnügen bedeutet aber nun mal nicht, dass Sie als Leser irgendeinen Gewinn zu erwarten haben, wenn Sie die Lektüre fortsetzen. Tun Sie das nicht, hören Sie einfach auf, sonst kriegen Sie höchstwahrscheinlich Bilder in Ihr Kopfkino, die Sie nicht mehr so leicht loswerden. Meine Anteilnahme darüber haben Sie dann nicht, Sie müssen den Schaden ganz allein tragen. Ich habe Sie gewarnt. Vor einer kranken, perversen Geschichte, die auf der nächsten Seite beginnt.
    
    Es sei denn, Sie sind so klug und löschen ...
    ... diese Datei oder verbrennen die Seiten, je nachdem. Fragen Sie sich ruhig, ob Sie clever oder dumm sein wollen, und entscheiden Sie so, wie wir Menschen meistens sind -- völlig frei.
    
    Kapitel Eins. Die Ankunft
    
    Da war sie, die weiße Villa mit ihren Säulen und Arkaden, die ich von den Fotos her kannte. Hier vor Ort, an der Cote d´Azur, sah sie noch prachtvoller aus. Ich nahm mir vor, mich hier wohlzufühlen; aber bei dem, was ich vorhatte, gab es dafür keine Garantien. Oder noch viel weniger als sonst, fiel mir ein. Ich war hier, weil es keine Garantien oder festgelegte Lebenswege gab. Möglicherweise stand mir ja die schlimmste Erfahrung meines Lebens bevor. Mit Herzklopfen betätigte ich den Türklopfer in Form eines Löwenkopfes.
    
    Zum Glück öffnete mir Manon, die Frau, die mich hierher gelotst hatte. Sie küsste mich auf die Wangen und den Mund, ganz harmlos und freundlich. Ich dachte dennoch an jenen Moment vor ein paar Wochen, als sie ein ganz anderes Körperteil von mir geküsst hatte, mit der Absicht, mir etwas zu zeigen, zu beweisen gar. Manon, die alte Schulfreundin, grinste, als ob sie Gedanken lesen könnte.
    
    „Schön, dass du da bist, Sonja! Und du bist so mutig, wie ich es mir gewünscht habe."
    
    Ich nickte reflexartig.
    
    „Danke! Und ja, ich komme mir auch mutig vor. Und vollkommen verrückt natürlich auch. Aber ich bin jetzt hier, und bevor ich... Bevor ich alles weiß, wovon du erzählt hast, reise ich auch nicht wieder ab."
    
    Sie führte mich in die riesige Halle, die ...
«1234...17»