1. La Feuille de Rose


    Datum: 15.02.2026, Kategorien: Fetisch

    ... am hinteren Ende große Fenster und eine Glastür zum Garten aufwies. Manon hatte mir von dem Garten vorgeschwärmt: er musste groß wie ein Park sein und ganz ähnlich gepflegt, im Stil der Feudalgärten, die es in Europa rund um prächtige Schlösser gab. Von rechts kam eine schöne, die Aufmerksamkeit fesselnde Frau eine Prachttreppe herunter, wie man sie Fernseh-Shows zu sehen bekam. Die Frau hätte ebenfalls in eine Show gepasst, denn sie strahlte etwas aus, das mich sofort gefangen nahm.
    
    „Oh, hallo Mademoiselle Sonja, so heißen Sie doch?" wurde ich begrüßt. „Ich bin Madame Courlay, und ich werde hier für Sie und Ihre Ausbildung zuständig sein! Manon hat mir von Ihnen erzählt. Übrigens, wir duzen unsere Mädchen hier. Du hast doch nichts dagegen?"
    
    „Nein, natürlich nicht, Madame."
    
    Das man uns hier duzte, schien mir tatsächlich... nun ja, angemessen zu sein. Ich stellte mir kurz vor, wie ich den Mund aufmachte, schluckte... Und dann den Dank hörte: „Sie haben das brav gemacht, Fräulein Sonja!" Der Gedanke war abwegig.
    
    „Sehr schön! Du kommst wie unsere Manon aus Deutschland, nicht wahr?"
    
    „Ja, Madame" antwortete ich und hätte fast einen Knicks gemacht. „Aber aus Saarbrücken, wo wir beide dann zur Schule gegangen sind."
    
    „Davon erzähle mir dann bitte später", sagte sie Frau freundlich. „Ich kenne Deutschland ein wenig, und ich glaube, als mein Mann noch lebte waren wir auch einmal in Saarbrücken! Jetzt gehe ich aber erst mal raus, das Wetter ist ja herrlich. Und Manon ...
    ... wird dir dein Zimmer zeigen. Du wirst dich frisch machen wollen, und natürlich auch ausruhen nach deiner Reise. Willkommen in la Feuille de Rose!"
    
    Damit drückte sie mir zu meiner Überraschung einen Kuss auf die Stirn und entfernte sich in Richtung des Gartens. An der Glastür drehte die Frau in ihrem weiten Sommerkleid sich noch einmal um.
    
    „Ich hoffe, du wirst dich hier wohlfühlen. Manon hat dich sehr empfohlen, also mach ihr keine Schande!"
    
    Dann war sie draußen auf der Terrasse. Manon grinste und führte mich nach links, wo es einen Aufzug gab. Ich zog dankbar meinen Koffer hinter mir her und fuhr mit ihr in den dritten Stock.
    
    „Hier wohnen die Kandidatinnen", sagte sie, als wir in dem kurzen Flur standen. „Solange sie in der Ausbildung sind."
    
    Vier Türen führten von hier fort, sah ich und hoffte, auf die richtigen Kolleginnen zu treffen.
    
    „Wir legen hier die Neuen gerne zusammen, in der Regel kriegt man anfangs also kein Einzelzimmer. Wie du siehst, bei vier Türen, könnte man hier bis zu acht Azubi-Mäuse unterbringen. In der Regel sind aber nur zwei da, so wie jetzt auch. Hier ist dein Zimmer, du teilst es mit Luisa."
    
    Meine Zimmernachbarin war nicht da, und Manon öffnete die Tür.
    
    „Eure Zimmer könnt ihr nicht abschließen, wie du siehst, es gibt nur die Klinke, aber kein Schloss. Die Herrinnen können jederzeit zu euch, das steckt wohl dahinter."
    
    Ich zuckte die Achseln und fand das fehlende Schloss nicht schlimm. Eigentlich hatte ich keine Geheimnisse. ...
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