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La Feuille de Rose
Datum: 15.02.2026, Kategorien: Fetisch
... Mein Leben war bisher überschaubar gewesen und ein bisschen langweilig, da war ich ehrlich. Zumindest bis zu dem Moment, als Manon in Saarbrücken plötzlich vor meiner WG-Tür gestanden hatte. Rückblick. „Kann ich ein paar Tage bei dir bleiben?" Ich bin völlig verblüfft. Natürlich kann sie bleiben, auch wenn mein Zimmer in der WG ziemlich klein ist, aber wir werden schon zurechtkommen. Manon ist auf der Durchreise, erfahre ich, und weil ihre Eltern wegen eines Autounfalls nicht mehr leben hat sie keine Bleibe in der Stadt. Ich drücke erschrocken ihr mein Beileid aus, mit mehrmonatiger Verspätung, weil ich von dem Unfall nichts gehört habe. Ich bin mir ihr lose im Kontakt geblieben, seit wir vor zwei Jahren das Abitur gemacht haben. Dann ist keine Nachricht mehr gekommen, und nun weiß ich auch warum. „Es muss schrecklich für dich gewesen sein", sage ich zu ihr und mache uns, schon aus Verlegenheit heraus, das Abendbrot. „Ich kann mir doch selbst eine Schnitte machen", bemerkt Manon richtigerweise. Aber ich mache weiter und lehne ihre Hilfe ab. Für ein warmes Essen ist nichts im Kühlschrank oder in der Speisekammer, da kann ich wenigstens für sie ein Brot machen. Die WG funktioniert nicht so richtig. Die beiden Jungs, mit denen ich zusammenwohne, haben die größeren Zimmer und auch ihre Autos, aber sie kaufen zu selten ein; es ist ihnen nicht wichtig genug, auch wenn sie dran sind. Kunststück: beide können jederzeit zu ihren Freundinnen und deren Familien, ...
... wenn sie Hunger haben. Manon erzählt mir von sich, damit ich mein Wissen auf den letzten Stand bringen kann. Sie ist nach Frankreich gegangen, nach Paris, was nach einer Eins im Abi in Französisch wohl nahe lag. Natürlich hat sie sich die Stadt angesehen, aber sie arbeitete auch als Babysitterin und in einem Café. Dann passierte das mit dem Unfall, kurz vor Stuttgart, und sie brach alle Brücken in Deutschland hinter sich ab. Als sie in Frankreich umherreiste, hörte sie von einer besonderen Schule in der Nähe von Marseille, über eine Bekanntschaft, die ihr später eine Freundin wurde. Manon schwärmt mir von dieser Schule vor, aber sie antwortet mir nicht auf die Frage, was sie dort gelernt hat. Jedenfalls ist sie dort gewesen, hat eine Ausbildung gemacht -- eine, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Sie will mir später davon erzählen, was mich verwundert. Warum macht sie so ein Geheimnis draus? Aber sie ist Waise, ich dringe nicht zu heftig auf sie ein. Die Schule ist in einer Villa in Meeresnähe untergebracht, erfahre ich. Es gibt dort mehrere Damen, die unterrichten und dabei sehr respektabel sind. Jede Auszubildende käme ihnen sehr nahe, auf eine Weise, die nicht nur Manon im ersten Moment sehr seltsam vorkommt. Vielleicht sogar abstoßend. Meine Neugier wird immer größer, aber meine Besucherin weicht mir beharrlich aus, und fast schon werde ich böse. Aber dann liegen wir nachts eng zusammen auf meiner Matratze. Mein Bett ist nicht sehr groß, so wie das ...