1. So schnell kann es gehen..


    Datum: 04.03.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... ist ja nicht so, dass du ihn verlassen willst. Ganz im Gegenteil. Und glaub mir, das weiß er.
    
    Tobias hat mit Manfred häufig Kontakt und Marlene spricht mit Manfred manchmal über ihn. Manfred ist oft bei ihm, es wäre schlimm, sagte er, nur die nötigsten Möbel. Wie ein Hotelzimmer, völlig unpersönlich, allerdings viele Bilder, von den Kindern...und von mir. Als Manfred mir die Sache mit den Bildern erzählte, brach ich fast zusammen. Als ich ihnen erzählte, wie völlig emotionslos Tobias sich mir gegenüber verhält, schüttelte Manfred nur den Kopf. Er kommt nicht über dich hinweg, sagte er nur. Er versucht alles, sein Leben in den Griff zu bekommen. Die Trennung von den Kindern und von dir macht ihn fertig.
    
    Tobias
    
    Die ganze Situation war einfach nur beschissen. Hatte ich zunächst gedacht, es würde funktionieren, musste ich nach einer gewissen Zeit mir selbst gegenüber eingestehen, dass es das nicht tat. Nach jedem Wochenende wieder alleine in dem Appartement, was ich als Wohnung angemietet hatte, fiel ich in ein tiefes Loch. Es zerriss mir fast das Herz, die Kinder wieder für eine Woche nicht zu sehen. Ich verpasste so viel.
    
    Und ich musste mir selbst gegenüber auch eingestehen, dass ich meine Frau vermisste. Mit ein bisschen zeitlichem Abstand verblasste die ganze Sache mit dem Fremdfick immer mehr. Dafür trat immer mehr die Tatsache in den Vordergrund, dass ich diese Frau immer noch liebte.
    
    Und jetzt stand auch noch Weihnachten vor der Tür. Das alles war nicht gut ...
    ... für mich und ich musste etwas ändern.
    
    Eva
    
    Eine Woche vor Weihnachten öffnete sich abends die Haustür und mein Mann kam herein. Ja, mein Mann, das ist er für mich immer noch und wird es bleiben, etwas anderes kommt für mich nicht in Frage. Er schaute mich an und das erste Mal seit langem blieb sein Blick länger als ein paar Sekunden auf mir. Wir müssen reden, sagte er. Ich spürte, wie sich in mir alles verkrampfte. Nicht, bitte nicht, lass dich nicht scheiden, dachte ich mir, bitte nicht. Ohne es beeinflussen zu können, fing ich an zu zittern, alles drehte sich und es wurde dunkel.
    
    Tobias
    
    Ich hatte einen Entschluss gefasst und musste mit Eva darüber reden. Meine Gespräche mit Manfred trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Er hatte über Marlene Kontakt zu Eva und bekam das Ganze quasi live mit. Sie liebt dich, nur dich, sagte er mir immer wieder. Sie wartet doch nur auf ein Zeichen von dir. Und du liebst sie doch auch. Spring über deinen Schatten, geh zu ihr, rede mit ihr. Dir geht es nicht gut, ihr schon gar nicht. Mach was.
    
    Und dann stand ich kurz vor Weihnachten vor unserer Haustür, ging hinein und sah sie im Wohnzimmer sitzen, alleine. Zum ersten Mal seit längerer Zeit betrachtete ich sie genauer. Sie war schmal geworden, blass und mitgenommen. Sie sah mich und als ich ihr sagte, wir müssen reden, fing sie an zu zittern ... und wurde ohnmächtig.
    
    Mensch Tobias, du Idiot, tauchst hier einfach auf, knallst ihr hin, dass wir reden müssen und sie denkt bestimmt, ...