1. Ein Schicksal auf Rädern 12


    Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,

    ... Ihre Gedanken waren bei Boone, irgendwo in der Weite oder Dunkelheit.
    
    Doch die harte Realität der Zeit ließ keine lange Melancholie zu. Harlows ehemalige Ranch musste weiter bewirtschaftet werden, ansonsten würden die Weiden verwildern und die Zäune verrotten.
    
    Die Ranch brauchte ständige Pflege und vorallem feste Führung. Die Entscheidung fiel pragmatisch aus: Tom und Valentina zogen auf die Harlow-Ranch, um sie zu leiten und zu bewirtschaften.
    
    Anna und Friedrich blieben auf ihrer Farm. Die Trennung der Freunde war schmerzhaft, aber notwendig.
    
    Auf der Weber-Farm kehrte eine Art gebrochener Frieden ein. Anna tauchte tief in das Hochgefühl ihrer Mutterschaft ein. Ihr Leben drehte sich um Angel und Jakob, um das Füttern, Wickeln und
    
    Beruhigen. Die körperliche Gier, die sie so lange angetrieben hatte, schien wie weggeblasen. Ihre üppigen Brüste waren nun Werkzeuge der Ernährung, nicht mehr des Vorpsiels. Ihre Kurven, noch üppig von der Schwangerschaft, berührten Friedrich nur noch im Schlaf oder bei notwendiger Nähe, wenn er mal wieder sie besitzen wollte. Sie zog sich zurück, begnügte sich mit seiner Anwesenheit, seiner Hilfe und seiner ruhigen Liebe. Diese Ruhe nach den Stürmen tat ihr sichtlich gut; ihre Augen verloren den gehetzten Glanz und gewannen eine milde Zufriedenheit zurück.
    
    Und Friedrich war am Anfang zutiefst dankbar für Annas ungeteilte Aufmerksamkeit. Nach
    
    Monaten des Teilens, des Zuschauens und der Demütigungen, war sie endlich wieder ...
    ... die seine. Er schöpfte Wasser für sie, holte Holz, spielte mit Angel und Jakob, während Anna manchmal einfach nur spazieren ging und Zeit für sich nahm. Sein Herz schwoll vor einer stillen, tiefen Zufriedenheit.
    
    Doch... ein kleiner, versteckter Teil in ihm, der Teil, der durch Clays und Boones Einfluss in der Kutsche geformt worden war, sehnte sich manchmal heimlich wieder in die Vergangenheit zurück. Er beobachtete manchmal den jungen, kräftigen Wanderarbeiter, den sie für die schwere
    
    Feldarbeit eingestellt hatten, wie dieser mit nacktem, schweißglänzendem Oberkörper Holz hackte. Ein flüchtiger Gedanke stellte sich dann sofort bei ihm ein: Wie Annas Hände wohl auf diesen Muskeln liegen würden, wie dessen Schwanz in ihre Öffnungen fahren würde? Er schämte sich sofort, schüttelte es zwar ab. Aber... sie war glücklich und er war glücklich, oder? Das sollte genug sein.
    
    Dann, an einem sonnigen Sonntag im Spätsommer, besuchten Anna, Friedrich und die Kinder die ehemalige Harlow-Ranch. Die Freude des Wiedersehens erstarb aber all zu schnell. Was sie vorfanden, schockierte sie zutiefst. Die Ranch war äußerlich besser in Schuss als erwartet, doch die
    
    Atmosphäre war eisig. Tom empfing sie in einem steif gebügelten, hochgeschlossenen Hemd, das Friedrich wie eine Zwangsjacke vorkam. Sein Gesicht war vollbärtig und abweisend, die einst lebhaften Augen hinter einer Schicht strenger Entschlossenheit verborgen. Statt einer herzlichen
    
    Umarmung gab es nur ein formelles ...
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