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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... bestimmt waren gewälzt!" Friedrichs und Annas Gesicht lief rot an vor Scham und Wut.,,Tom, das ist jetzt nicht--" ,,Doch!", unterbrach ihn Tom scharf, sein Finger stach wie ein Dolch in Friedrichs schmale Brust.,,Die Mühlen des Herrn mahlen langsam, aber sie mahlen sehr *fein*! Er gibt dir eine Chance, Friedrich! Eine letzte Chance!" Seine Stimme wurde eindringlich, fast flehend, aber seine Augen blitzten selbstherrrlich.,,Kehr um! Bereue! Reinige deine Seele! Lebe fortan in Keuschheit und Gottesfurcht! Nur dann wird er dir vergeben und deinen Acker wieder segnen! Tu es, solange es noch nicht zu spät ist, trete unserer Gemeinde in Plattmouth bei!" Die Stille nach Toms Predigt war schwer und mit Friedrichs erstickter Wut geladen, während Anna eisig schwieg, die Tom am liebsten diese Selbsgerechtheit aus dem Gesicht zerkratzt hätte. Friedrich wollte schreien, wollte diesem selbstgefälligen Heuchler ins Gesicht boxen, der selbst im Schoß von Harlows Reichtümern saß, die von Harlow, Clay und Boone vor 20 Jahren geraubt wurden, während er hier den Moralapostel spielte. Doch die Worte blieben ihm in der Kehle stecken. Er war ruiniert und er hatte keine Macht sich aufzuspielen, weil er das Geld dringend brauchte. Da öffnete sich plötzlich die Haustür und Valentina trat heraus. Sie tat gelassen. In ihren Armen trug sie den kleinen Micah, Boones Sohn, der fest in eine weiche Decke gehüllt war, sein kleines Gesicht wirkte friedlich im Schlaf. Sie hatte alles hinter der ...
... Tür mitangehört und konnte nicht fassen, wie Tom seinen alten Freund behandelte. Ihr Blick glitt kühl über das selbstgerechte Gesicht ihres Gatten, über Friedrichs zitternde Verzweiflung und über Annas stummes Elend. Sie ging langsam auf die Gruppe zu, jedes Wort von Tom schien noch bedeutungsschwer in der Luft zu hängen. ,,Das Geld, das ihr braucht, meine Freunde", sagte sie mit ruhiger, klarer Stimme, die keinen Widerspruch duldete,,,werde ich euch leihen." Sie hätte es ihren Freunden auch geschnekt, aber glaubte dass so ein Angebot Friedrich eher kränken würde. Friedrichs Atem stockte und ein Funke Hoffnung schlich sich in sein Gesicht, doch bevor er einen Dank stammeln konnte, fuhr sie fort. ,,Für das geraubten Geld werden wir sicherlich keine Zinsen von unseren Freunden verlangen!" Sie drehte sich dann langsam, sehr bewusst, zu ihrem Ehemann um. Ein schelmisches, fast böses Lächeln spielte um ihre vollen Lippen. Ihre Augen funkelten mit einer Mischung aus Triumph und Verachtung. Sie hob Micah leicht an, als präsentiere sie einen unwiderlegbaren Beweis. ,,Gott", fragte sie mit gespielter Unschuld, ihre Stimme war süß wie Honig, aber ihre Worte so scharf wie ein Dolch,,,hat die Zinsen verboten... nicht wahr, mein *frommer* Tom?" Sie hielt seinen Blick herausfordernd fest. Sie wusste genau, was sie tat. Sie stellte seinen ganzen moralischen Aufbau bloß, seine Heuchelei, indem sie seine eigene Waffe -- die Religion -- gegen ihn kehrte und sie mit der ...