1. Ein Schicksal auf Rädern 12


    Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,

    ... verächtlich. Anna und Friedrich saßen abends am leeren Tisch, die kleine Angel schlief unruhig in der Wiege, während Jakob fleißig umherkrabbelte. Die Luft war dick von unausgesprochener Angst und der bitteren Erkenntnis des Ruins.
    
    ,,Wir müssen... zu Valentina", sagte Anna schließlich an einem Abend, ihre Stimme war rau von unterdrückten Tränen.,Und Tom. Um Hilfe bitten. Für Saatgut. Für Nahrung für den Winter... für alles."
    
    Friedrich schüttelte den Kopf und starrte in sein leeres Whiskeyglas.,,Der wird uns wieder selbstgerechte Predigten um den Kopf hauen. Die Geschäftsmänner... Thomson...", murmelte er.,,Die könnten doch vielleicht..." Doch er brach rasch ab als Annas abweisender Blick ihn traf. Er wusste, was sie dachte. Nach allem, was geschehen war -- der Demütigung, der Schuld, der Art, wie sie die "Zinsen" bezahlt hatten -- war die Vorstellung, sich erneut diesen Männern auszuliefern, für sie unerträglich geworden. Und er hatte dieses unheilvolle Gefühl, dass Anna diesen Vorschlag im Moment eher mit einem Messer quittieren würde als mit einem Einverständnis. ,,Valentina und Tom also", seufzte er geschlagen.
    
    Eine Woche später, die Wunden der Verwüstung auf der Farm waren noch frisch und sichtbar im Gegensatz zu Valentinas Weiden, die wie durch ein Wunder von der Heuschreckenplage verschont geblieben war, traten Anna und Friedrich mit gesenkten Köpfen vor ihren Freunden. Sie standen auf der Veranda von Valentinas Haus, dass, dank Harlows geraubtem Reichtum, ...
    ... unversehrt und fast schon protzig wirkte im Vergleich zu Friedrichs Ruine. Tom lehnte lässig am Geländer, sein Blick streifte über die satten Weiden in der Ferne, ein seltsam befriedigter Zug lag um seine Lippen.
    
    ,,Valentina... Tom...", begann Friedrich, die Hände nervös an seiner abgewetzten Hose reibend.,,Die Heuschrecken... ihr habt bestimmt davon gehört... alles Weizen ist vernichtet. Wir... wir brauchen Hilfe. Ein Darlehen für Saatgut und Nahrung. Um... um bis zum nächsten Jahr zu überstehen." Seine Stimme brach.,,Wir werden es zurückzahlen. Jeden Cent. Mit Zinsen, wenn ihr wollt."
    
    Tom richtete sich auf. In seinen Augen lag ein Licht, das Friedrich nur zu gut kannte -- das Licht selbstgerechter Frömmigkeit. Er schritt vor, legte theatralisch die Hand auf Friedrichs Schulter, die dieser instinktiv zurückzuckte.
    
    ,,Friedrich, mein sündhafter Bruder", begann Tom, seine Stimme nahm den tadelnden Tonfall eines Wanderpredigers an.,,Siehst du es denn nicht? Die Hand des Herrn liegt schwer auf dir!" Seine Hand deutete dramatisch als ob er auf Friedricha kahlen Felder zeigen würde.,,Die Heuschrecken sind kein Zufall! Sie sind *Gottes Werk*! Eine Strafe für deinen sündigen Lebenswandel! Deine Wollust! Deine Schamlosigkeit!" Sein Blick wanderte zu Anna, dann wieder schnell von ihr weg, als könnte ihn ihre bloße Anwesenheit beflecken.,,Du hast Gottes Gebote mit Füßen getreten. Du hast deine Frau zum Hurendasein ermutigt! Du selbst hast dich mit fremden Frauen, die nicht für dich ...
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