1. Ein Schicksal auf Rädern 12


    Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,

    ... Funke Hoffnung in seiner Brust war sie zu überzeugen. "Ich war letzte Woche bei Henderson, um das Werkzeug zurückzubringen. Da sah ich seinen neuen Farmarbeiter. Einen Norweger, Bjørn heißt er. Jung, vielleicht Mitte zwanzig. Und *stattlich*, Anna. Fast einen Kopf größer als ich, Schultern wie ein Ochse, Arme...", seine Stimme wurde eindringlicher, "Arme, die einen Baumstamm wie ein Spielzeug wirken lassen. Blond wie der Weizen im Hochsommer. Der... der wäre doch was für dich? Ein bisschen Abwechslung? Ein bisschen... Spaß?" Er versuchte ein aufmunterndes Grinsen, das ihm jedoch nur schwach wegen seiner Verlegenheit gelang.
    
    Anna zog ihre Hand langsam unter seiner hervor. Sie musterte ihn lange, schweigend, während die Spannung im Raum greifbar wurde. Das Knistern des Feuers im Herd schien lauter zu werden. Schließlich, nach einer Ewigkeit, öffnete sie ihre schmalen Lippen. "Also gut."
    
    Friedrichs Herz machte einen Sprung. Ein Strahlen breitete sich auf seinem Gesicht aus. "Wirklich? Ich kann--"
    
    "Doch!" Ihre Stimme schnitt scharf durch seine Begeisterung. Sie hob eine Hand, um jedes weitere Wort abzuschneiden. "Ich mache mit... *aber nur* unter einer Bedingung." Ihre Augen bohrten sich in seine. "Dieser 'stattliche Norweger' muss eine Partnerin haben. Eine Frau. Und wir *müssen* uns mit ihnen in Englisch verständigen können. Fließend."
    
    Friedrich nickte eifrig. "Ja, natürlich, das--"
    
    "Das ist mein *ernsthafter* Wille, Friedrich", unterbrach sie ihn erneut, ihre ...
    ... Stimme blieb eiskalt und klar. "Ich will das Paar vorher *kennenlernen*. Mit ihnen sprechen. Sie zu einem Kaffee einladen. Über das Wetter, die Kinder und die Ernte reden. Sie wirklich kennenlernen. *Bevor* ich mich auf irgendetwas anderes einlasse." Sie lehnte sich zurück, ihr Blick wurde weit, fast verwundbar für einen kurzen Moment. "Ich fühle mich nicht nur körperlich einsam, Friedrich. Ich brauche... wieder eine Freundin. Eine Vertraute zum Reden. Mehr als nur den nächsten Stecher, der mich wortlos auseinandernimmt und wieder geht." Ihre Lippen verzogen sich zu einem bitteren Zug. "Und ich habe *keine* Lust, einem stummen Riesen mit Grunzlauten und Handzeichen beizubringen, wie er mich zu ficken hat. Das ist entwürdigend und auf Dauer... anstrengend."
    
    Friedrich spürte einen Stich. Ihre Worte trafen einen wunden Punkt, erinnerte ihn an dunklere Zeiten. "Ja, mein Schatz. Du hast recht. Absolut recht." Seine Zustimmung war aufrichtig.
    
    Doch sie war noch nicht fertig. Sie beugte sich wieder vor, ihre Hände umklammerten die Tischkante, die Knöchel traten weiß vor Anspannung hervor. "Wir wollen hier seßhaft werden, Friedrich. Wir haben jetzt zwei Kinder und tragen die Verantwortung für sie. Jakob und Angel." Ihr Blick wurde eindringlicher, fast flehend. "Unser *Ruf* wird ihr Ruf werden! Was wird aus ihnen, wenn sich herumspricht, dass ihre Mutter sich mit jedem fremden Knecht einlässt? Dass ihr Vater sie dazu anstiftet und sogar der Zuhälter ist?" Sie schüttelte den Kopf, ...
«12...505152...73»