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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... sie nieder -- nicht wie normale Insekten, sondern wie ein hagelnder Regen aus Panzer und Beinen. Sie schlugen gegen ihre Gesichter, verfingen sich in ihren Haaren, krochen sogar teils unter ihre Kleidung. Das Knistern, das nun alles übertönte, war nicht das der Flammen, sondern das millionenfache Zermalmen, Zerbeißen und Vernichten. Friedrich schlug wild um sich, trat, versuchte die Flammen mit Öl zu schüren. Anna versuchte, ihre kostbaren Gemüsereihen mit einer Decke zu schützen -- sinnlos. Innerhalb von Minuten war der Kohl nur noch ein Skelett aus dicken Rippen, die Bohnenpflanzen nackte Ranken, die jungen Kürbisse wurden zu löchrigen, ausgesaugten Hüllen degradiert. Sie sahen mit tränenden Augen zu, wie der Maisfeld vor ihren Augen verschwand. Die breiten Blätter lösten sich in nichts auf, die Kolben wurden bis auf die nackten Spindeln abgenagt. Vom goldenen Weizen war nach einer Stunde nichts mehr übrig als kahle, abgebrochene Stoppeln in aufgewühlter Erde. Selbst das Holz des frisch ausgebesserten Zauns wurde attackiert -- das Surren intensivierte sich dort, wo die Insekten das weiche Holz und die Lederschnüre, die es hielten, annagten. Große Lücken klafften plötzlich in ihrer Verzaunung. "Das Haus! INS HAUS!" Friedrich riss Anna verzweifet vom Gemüsebeet weg, wo sie wie erstarrt stand. Sie rannten, bedeckt von einem lebenden Panzer aus Heuschrecken, die über ihre Kleider krabelten und stürzten durch die Tür, schlugen sie hinter sich zu. Doch selbst hier war keine ...
... Sicherheit. Durch Ritzen, unter der Tür, durch den Kamin schoben sich die Eindringlinge ins Haus hinein. Das Surren war in den Wänden, unter dem Dach, ein allgegenwärtiges, wahnsinnig machendes Geräusch hallte in ihren Ohren. Anna kauerte in einer Ecke der Küche, die Arme über dem Kopf geschlagen, während ihr Körper sich in stummen Schluchzern schüttelte. Sie starrte auf den Boden, wo Dutzende Heuschrecken über die Dielen huschten, auf der Suche nach etwas, irgendetwas Essbarem. "Alles...", flüsterte sie, ihre Stimme war ein gebrochenes Echo. "Alles ist wieder verloren. Der Weizen... der Mais... die Bohnen... der Kohl... die Kürbisse... alles." Eine Träne rann durch den Staub und den übrig gebliebenen Insektenbeinen auf ihrer Wange. "Nichts ist geblieben. Einfach... garnichts." Friedrich stand geschlagen am Fenster. Er sah garnicht mehr die Verwüstung. Er starrte ins Leere, seine Augen waren trocken, aber völlig leer. Die Hoffnung, die so mühsam im Frühling gewachsen war, war nicht nur vernichtet, sie war zermalmt, aufgefressen und entgültig ausgelöscht. Ein tonloses Stöhnen entrang sich seiner Brust. Er glitt langsam an der Wand hinab, bis er zusammengesackt auf dem Boden, den Kopf in den Händen eingeklemmt dasaß. Der Geruch von zerquetschten Insekten, verbranntem Holz und verzweifeltem Schweiß erfüllte den Raum. Nur ein paar Stunden später, auf Valentinas und Toms Rinderranch, entfaltete sich eine andere Facette der Apokalypse. Die Ranch hatte letztes Jahr Glück ...