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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... gehabt, was Tom an seinen unerschütterlichen Glauben der Methodisten hineingedeutet hatte. Die 400 Rinder hatten auf saftigen Weiden gegrast, das Heu für den kommenden Winter war hoch und trocken in der Scheune eingelagert. Es war ein Bild des Wohlstands, erbaut auf Harlows geraubtem Reichtum. Doch als die lebende Wand aus Nordwesten, nachdem sie Friedrichs und andere Farmen förmlich verschlungen hatten über sie hereinbrach, verwandelte sich das Paradies in einen Albtraum aus Panik und Gewalt. Zuerst war es nur das Surren, dann der Schatten. Doch dann begann der Schwarm, sich auf die Weiden zu senken. Das Gras, kniehoch und saftig, verschwand buchstäblich unter den Augen der verdutzten Rancharbeiter. Innerhalb von Minuten war der Boden kahl, nur noch brauner Staub und Millionen kriechender, fressender Körper. Die Rinder spürten die Katastrophe, bevor sie sie es sahen. Ein nervöses Muhen ging durch die Herde, dann brach blanke Panik aus. Der Geruch der Insekten, das raschelnde Getöse, das plötzliche Verschwinden ihrer Nahrung -- es trieb sie in den Wahnsinn. Mit wild rollenden Augen, gesenkten Köpfen und gesträubtem Fell brachen sie aus. Sie durchbrachen Zäune, die schon durch angenagte Lederschnüre geschwächt waren, trampelten ihre eigenen Kälber zu Tode, rannten in blindem Schrecken in alle Richtungen davon. "EINTREIBEN! VERDAMMT NOCHMAL, EINTREIBEN!" brüllte Tom, sein Gesicht wurde purpurrot vor Anstrengung und Angst. Er und die Ranchhelfer versuchten verzweifelt, ...
... die stampfende, brüllende Masse mit Peitschenhieben und waghalsigen Ritten einzudämmen. Sogar Valentina war hoch zu Ross und versuchte, eine Gruppe am Rand der Herde zu führen. Doch es war sinnlos. Die Tiere waren von einer Urangst besessen, die seines gleichen suchte. Ein junger Stier raste direkt auf einen Arbeiter zu, der versuchte, ein Tor zu schließen. Der Mann hatte keine Chance -- er wurde weggefegt, sein Schrei erstickt im Tosen der Hufe und dem ewigen Summen der Heuschrecken. Valentina sah es mit einem kurzen Blick des Entsetzens. Dann traf sie die nächste Welle der Vernichtung. Ein Teil des Schwarms senkte sich über die Heuscheune. Das trockene Heu war ein gefundenes Festmahl. Das riesige Gebäude schien plötzlich zu *leben*, als Millionen Heuschrecken in sein Inneres eindrangen. Das Rascheln wurde zu einem gierigen Knirschen. Innerhalb einer halben Stunde war die mühsam eingefahrene Winterreserve zu einem Berg loser, angefressener Halme reduziert. Selbst die Ledersättel und Zaumzeuge, die an den Wänden hingen, wurden attackiert -- feine Bissspuren und Löcher erschienen im robusten Material. Tom ritt zu Valentina, sein Pferd scheute unter ihm, ebenso panisch wie die Rinder. Und sein Gesicht war von Tränen der Wut und Hilflosigkeit gezeichnet. "Sie fressen ALLES! Das Gras! Das Heu! Sogar das LEDER!" Er starrte auf seinen Sattel, wo eine Heuschrecke gerade an einem Riemen nagte. "Gottes Zorn! Sein unstillbarer Zorn trifft uns alle... weil wir in der Vergangenheit ...