1. 04 Umkleide beim Sport


    Datum: 26.03.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... alles dafür, um in keine zu passen.
    
    In der Ecke der Außenseiter entdeckte ich die Fummel Trine mit den blonden Haaren und den neugierigen Augen. Sie lächelte leicht verstohlen und schaute schnell wieder zu den anderen. Großartig, dachte ich, schon geht das Getratsche los. Die Gerüchteküche ist in vollem Gange. Die ersten Tage vergingen ohne nennenswerte Ereignisse.
    
    Einige Schüler wollten mich ansprechen, trauten sich dann aber doch nicht. Den wenigen, die doch wissen wollten, warum ich im Heim war, wollte ich eigentlich sagen: „Weil ich Kinder, die mir blöde Fragen gestellt haben, verprügelt habe.“, was nur halb stimmte. Ich verwies sie dann aber jedes Mal an die Lehrer.
    
    Freddy war wie ein lästiger Schatten, immer an meiner Seite. Er stellte mir endlose Fragen über mein altes Leben, das Kinderheim und die Klapsmühle. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass er vielleicht einer von der Stasi war, der IM (Inoffizieller Mitarbeiter) “Trottel“ oder “Dummkopf“. Das wäre das i-Tüpfelchen der ersten Woche gewesen. Aber nein, er war nur neugierig und irgendwie einsam. Vielleicht sah er in mir eine Art Seelenverwandten. Ich wusste nicht so recht, was ich von ihm halten sollte. War daher etwas vorsichtiger mit meinen Äußerungen. Andererseits wusste er über jeden Schüler Bescheid, nicht nur über die aus unserer Klasse, sondern über alle. Sogar über die Lehrer schien er alles zu wissen. Was wiederum für die Stasi sprach. Vielleicht konnte er mir ja etwas über die Schokoladen ...
    ... Braune erzählen. Die hatte irgendwie mein Interesse geweckt. Bei nächster Gelegenheit muss ich ihm aber klarmachen, dass ich meine eigenen Kumpels habe. Solange wir in der Schule sind, kann er auf mich zählen, aber nach Schulschluss soll er mich in Ruhe lassen.
    
    Diese Woche hatte ich nur ein Antritt beim Direktor. Der hat sich aufgeregt, weil ich die Katze aus dem Sack gelassen habe. Er wollte wissen, ob ich schon am ersten Tag Unruhe in die Klasse bringen wollte. Ich sagte: „So weiß jeder Bescheid und lässt mich in Ruhe.“ Für mich also nichts Besonderes.
    
    1. Woche, nicht nackt
    
    Dann kam der Donnerstag. Der Tag, an dem ich in den letzten beiden Stunden Sport hatte. Mein Lieblingsfach.
    
    Der Eingang zur Turnhalle war ganz rechts an der Außenwand des Nebengebäudes. Ich ging rein und befand mich in einem großen geräumigen Treppenhaus. Hinten links war die Treppe zum Obergeschoss, wo sich noch andere Klassenräume befanden. Auf der Rückseite der Treppe ging es abwärts in den Heizungskeller und weitere Kellerräume. Die hintere Wand bestand zum großen Teil aus Glasbausteinen. Davor stand eine Bank, die über die gesamte Breite ging. Darüber waren an einem Eisengestell Haken für die Kleidung angebracht. Dies war der Bereich, wo sich die Mädchen umziehen konnten. Rechts an der Wand standen ebenfalls Bänke und darüber die Haken. Dies war der Bereich, wo wir Jungs uns umgezogen haben. Richtige Umkleidekabinen oder Räume in dem Sinne gab es nicht. An Duschen haben wir nicht einmal ...
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