1. The Shell - Kapitel 01


    Datum: 30.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... seltsam vertraut an.
    
    Er erwartet Aufprall. Schmerz. Doch stattdessen gleitet er... gleitet...
    
    ...als würde sein Körper sich versenken -- warm, weich, gierig.
    
    Ein Gefühl wie...
    
    Nein. Nicht sein Gedanke. Niemals seiner.
    
    So als würdest du deinen steifen Penis in warme, pulsierende Tiefe gleiten lassen..., schießt es im durch den Kopf.
    
    „Was?"
    
    Mit einem Spung ist er auf den Beinen. Er schwankt -- teils wegen des Schwindels, teils, weil der Boden sich anfühlt wie eine glitschige Membran. Wie... eine feuchte Scheide.
    
    Tom schreit. „Stopp!"
    
    Doch da ist nichts und niemand, der auf seinen Schrei reagieren kann. Stattdessen beginnt der schlauchförmige Muskel, der ihn umgibt, rhytmisch zu zucken und zu pumpen, wie das Geschlecht einer Frau, die kurz vor ihrem Höhepunkt steht.
    
    Auf einmal watet er knietief in einem Schleim, dessen Geruch ihm merkwürdig vertraut erscheint.
    
    „Ich sagte Stopp! Das sind nicht meine Gedanken!"
    
    Gedanken,...danken,...en, hallt es von den fleischigen Wänden wider, die plötzlich kalt und hart werden wie Stahlbeton. Flackernde Neonröhren hängen an der Decke und tauchen die grauen Steinplatten in ein unnatürliches magentafarbenes Licht.
    
    „...nicht meine Gedanken!"
    
    meine Gedanken... meine meine meine... Geda-anken...
    
    Die Wände glucksen. Stimmen kichern. Flüstern. Schmatzen.
    
    „In Ordnung, Tom", spricht er zu sich selbst. „Ganz ruhig. Alles ist gut. Du bist drin. Warum auch immer, aber du bist in Alina Kahlert ...
    ... drin."
    
    Vorsichtig hebt er seine linke Hand und schaut auf die Stelle zwischen seinem Daumen und dem Zeigefinger, fast so als könnte der Anblick seine beruhigenden Mantras vernichten. Aber er erblickt tasächlich den fleischfarbenen Knopf auf dem Handrücken. Der Knopf, der ihn -- inspiriert durch den Film „The Cell" -- sofort wieder aus dieser Welt herausholen würde, wenn er davor war, an den Klippen einer kranken Frau zu zerschellen.
    
    Ein Klacken lässt Tom aufhorchen. Als würde ein Schlüssel in einem rostigen Schloss umgedreht, knirscht es, dann folgt das Quietschen einer Türklinke und eine nicht vorhandene Tür öffnet sich. Sein Gehirn erwartet kaltes Metall, aber die Tür ist aus Fleisch. Mitten in der meterhohen Betwonwand klaffen zwei Schamlippen auseinder, öffnen sich erst leicht, legen den zarten Kitzler am oberen Rand frei, und dann tritt der Pfleger von vorhin aus der Öffnung.
    
    „Dr. Beckstein? Der Beta-Flow ist jetzt ebenfalls synchronisiert. Möchten sie sich das hier mal ansehen?"
    
    Tom atmet tief durch.
    
    Alles unter Kontrolle. Alinas Traumwelt. Nicht die Realität.
    
    Während sich sein Herzschlag wieder beruhigt, geht er auf den Pfleger zu. Dieser verschwindet, während Tom den Türrahmen durchschreitet, dessen Spitze durch eine weibliche Klitoris gebildet wird. In dem Raum liegt ein Mann auf einer Couch. Es scheint ein Hotelraum zu sein, aber der eines extrem teuren Hotels. Indirektes Licht flutet die Wände, die aus purem Gold zu bestehen scheinen. Vor der Couch sieht Tom ...
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