1. Die Kubanerin


    Datum: 03.04.2026, Kategorien: Schamsituation

    Hallo zusammen. Ich mal wieder, mit ein Schwank aus meiner Jugend.
    
    Die Reaktionen auf die letzte Geschichte „
    
    Freddys Besuch bei Gabriele
    
    “ ist recht enttäuschend. Abgesehen von einer „
    
    konsturktive
    
    Kritik“ haben sich doch noch zwei geäussert. Danke an euch. Eigentlich sollte jetzt die letzte Geschichte erscheinen. Da ich aber doch optimistisch war, hatte ich diese Geschichte schon angefangen. Und weil ich keine angefangene Sachen mag, habe ich sie fertig geschrieben und kann sie nun veröffentlichen. Meine letzte Geschichte ist schon geschrieben und wird somit auch veröffentlicht. Aber erst in zwei bis drei Wochen. Dann ist für mich hier Schluss.
    
    Nun zur Geschichte.
    
    Die Kubanerin
    
    Nachdem ich am ersten Tag in meiner neuen Schule meinen Spruch abliess, mich also der ganzen Klasse vorgestellt hatte, ist mir ein Mädchen aufgefallen. Sie war anders als die anderen. Sie war dunkel, nicht schwarz, eher schokobraun, und sass in der dritten Bank der Fensterreihe. Zu der Zeit hatte ich kein Interesse an Mädchen (auch nicht an Jungs; muss man ja heute dazu sagen). Dafür hatte ich aber noch mein Problem aus der Klapse und dem Kinderheim, mit dem ich mich herumärgern musste. Was aber nichts mit dem Tod meines Vaters zu tun hatte. Obwohl das jeder glaubte. Weder Schüler noch Lehrer interessierten mich in irgendeiner Weise. Hauptsächlich wollte ich meine Ruhe haben. Schule durchstehen und fertig. Dass ich mit diesem Verhalten in der DDR der 70er Jahre mächtig ...
    ... aneckte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
    
    Irgendwie faszinierte sie mich, doch ich hatte nie rausgefunden, warum. Wieso sie mich so in ihren Bann gezogen hatte. Also beschloss ich, Freddy auf sie anzusetzen. Er sollte mir alles über sie erzählen. Nach einigen Tagen bekam ich dann seinen ausführlichen Bericht.
    
    Den habe ich ja schon in der letzten Geschichte „Freddys Besuch bei Gabriele“ geschrieben. Brauch ich also nicht wiederholen.
    
    Freddy hatte natürlich recht. Gleich am ersten Tag hatte ich mir das Klassenbuch geschnappt und die Namen und Adressen der Schüler angeschaut. Für alle anderen Schüler war das Klassenbuch wie der Heilige Gral. Nichts Bekanntes oder Auffälliges dabei gewesen. So wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte und wo sie wohnten. Es war so eine Angewohnheit, ich konnte mir selber nicht erklären warum.
    
    Sie hiess also Mariposa, was so viel wie „Schmetterling“ bedeutet. Eigentlich ein hübscher Name. Man kann ihn zu Maria oder Mari abkürzen. Wieso die Idioten auf „Kokosnuss“ kamen, war mir schleierhaft. Sie sah auch nicht aus wie eine Kokosnuss. Dazu kam, dass ich Kuba eher mit diesen grässlichen sauren Apfelsinen in Verbindung brachte. Die man hier auch als Zitronen Verkaufen konnte. Klar, ab und an hatten wir auch Kokosnüsse bekommen, aber deswegen? Na ja, egal, Freddy hat dafür gesorgt, dass es unterbleibt.
    
    Eines schönen Tages schlenderte ich gemütlich durch die Stadt. Hatte nichts Bestimmtes vor. Hatte nur etwas Langeweile und hoffte, dass sich ...
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