1. Die Kubanerin


    Datum: 03.04.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... steht vor mir, natürlich genauso nackt wie die anderen. Aus meinem Geglotze wird langsam bewunderndes Staunen.
    
    Sie sah richtig hübsch aus. Mariposas Anblick zog mich förmlich in ihren Bann. Als wären meine Augen von einem Magneten angezogen, schaute ich auf sie. Ihre dunkle Haut glänzte viel heller als die der anderen, sie strahlte förmlich. „Makellose Brüste, wie von einem Künstler erschaffen. Was für eine schöne Vagina. Die Schamlippen… so eben und anmutig, wie von einem Bildhauer der Antike aus Marmor geschlagen.“ Schoss es mir durch den Kopf.
    
    „DU?!“, rief sie, als stünde ein Geist vor der Tür. „Hier?! – Woher weißt du, dass ich…“, sie schnippte mit den Fingern. „Ach ja – Klassenbuch!“ Und hatte sich damit die Frage gleich selber beantwortet. „Na komm rein“, sagte Sie, trat zur Seite und wedelte mit der Hand Richtung Wohnungstür, als wolle sie mich in ein Geheimversteck locken.
    
    Noch immer stehe ich da wie angewurzelt und bringe keinen Ton raus. Konnte weder einen klaren noch einen brauchbaren Gedanken fassen. Sie schaut mich an, jetzt etwas verwundert und fragt besorgt: „Bei dir alles in Ordnung?“ Keine Reaktion.
    
    Sie schaut auf meine Hände und fragt: „Ist das für mich?“ Ich schaue auf das Geschenk in meiner Hand, als wenn ich es noch nie gesehen hätte, reiche es ihr mit den Worten: „Für dich. Alles Gute.“, und haute ab.
    
    Draussen, ein paar Strassen weiter, brauchte ich erst mal einen Moment. Was zum Teufel ist das gerade gewesen? Hat sich mein Rest Verstand ...
    ... nun völlig verabschiedet? Was für eine Scheisse ist mir denn da durch den Kopf gegangen. Künstler, Bildhauer, Marmor, was für ein Dreck! Ich glaub, ich drehe durch. Und dabei hatte ich heute noch nicht mal was gesoffen. Klar, ab und zu trinke ich mal was. Vor einiger Zeit hatte ich festgestellt, dass ich besser durch den Tag komme, wenn ich mir morgens einen Schnaps gönne. Alles hüllt sich dann ein einen leichten Nebel. Mich nervt dann auch nicht mehr jede Kleinigkeit. Aber das eben? Was passiert gerade mit mir? Langsam bekam ich richtig Panik. In mir stiegen Gefühle auf, die ich seit der Klapse nicht mehr hatte. Die ich auch nicht mehr haben möchte. Nicht mehr haben wollte! Ab nach Hause, in mein Zimmer. Decke übern Kopf, fertig. Der Sonntag war gelaufen.
    
    Montagfrüh.
    
    Noch während ich meine Brote schmierte, überlegte ich, ob ich überhaupt zur Schule gehen sollte.
    
    Seit Langem hatte ich nicht mehr solchen Schiss vor jemanden. Natürlich wird Mariposa mich ansprechen. Was sage ich ihr? Ich weiss ja selber nicht, was mich da geritten hat. Der Teufel wars jedenfalls nicht, glaube ja nicht an sowas.
    
    Beim Packen meiner Schulmappe schaute ich auf die Schnapsflasche, die zwischen meinen Büchern versteckt ist und überlegte, ob ich einen nehme. Habe dann verzichtet. Wollte sicher sein, dass das, was nachher passiert, auch wirklich echt ist.
    
    Eine Zeit lang konnte ich mich Mariposa entziehen. Hatte sogar Freddy eingespannt. Doch in der grossen Pause war Schluss. Sie stellte ...
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