1. Freddys Besuch bei Gabriele


    Datum: 14.04.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... Maschinenbau. Nebenher studiert er hier noch weiter und ist in drei Jahren fertig. Die Mutter ist auch Ingenieur aber für Textilanlagen. Arbeitet in der Stofffabrik und im Bekleidungswerk. Studiert ebenfalls und ist auch in drei Jahren fertig. Beide sollen anschliessend in Kuba die Wirtschaft weiter aufbauen. Heisst also, wenn beide fertig sind, geht es zurück nach Kuba.
    
    Normalerweise kommen nur Erwachsene ohne Kinder. Da ihre Mutter aber keine Angehörige hat, wurde eine Ausnahme gemacht. Sicherlich auch weil ihr Vater und auch seine Eltern hohe Tiere in der Partei sind.
    
    Die Eltern kommen erst abends nach Hause, nach der Arbeit Studium und so, dann hat sie schon das Abendessen fertig.
    
    Es gibt aber noch weitere kubanische Familien hier im Bezirk. In unserm Kreis drei, im Nachbarkreis zwei und in der Bezirkshauptstadt noch mal drei. Namen, Adresse und Geburtsdaten kann ich dir auch noch sagen, aber du hast sicher schon ins Klassenbuch geschaut und weisst wo sie wohnt und so.
    
    Ich war erstaunt und mich beschlich ein ungutes Gefühl. War er vielleicht doch bei der Stasi? Also fragte ich ihn gerade heraus: „Bist du bei der Stasi? Woher weisst du das alles.“ Freddy war ganz entsetzt fast schon beleidigt und verneinte es vehement.
    
    „Jetzt Mal Ehrlich! Woher weisst du, dass sie das Essen macht, weil die Eltern erst spät kommen? Dass die Eltern erst abends kommen, kann ich mir auch so denken. Aber das mit dem Abendessen? Komm schon, woher weisst du das?“ Er war etwas ...
    ... beleidigt und sagte: „Du enttäuscht mich aber jetzt, dass du so etwas von mir denkst. Das hatte ich dir doch schon mal erklärt! Mich beachtet einfach keiner, egal wo ich bin oder gehe, keiner nimmt mich wahr. Daher unterhalten sich alle weiter. Im Vorbeigehen schnappe ich dann so etwas auf, wie das mit dem Abendessen. Mariposa hat darüber mit Marlene gesprochen, ich kam vorbei und schon weiss ich es. Das ist mit vielen so. Dann kommt noch dazu, dass ich mich an so etwas auch noch erinnere. Keine Ahnung wieso.“ „Schon gut“, sagte ich und Entschuldigte mich und wollte wissen, wer Marlene ist. „Na die Rothaarige, erste Bank Fensterreihe, zu der alle ´Kupferkopf´ sagen“, antwortete er verwundert.
    
    Dann wollte ich das er noch eins für mich erledigt. „Hör zu!“, sagte ich: „Sorge dafür, dass keiner mehr Kokosnuss zu ihr sagt auch dass mit dem ´Kupferkopf´ solln die Unterlassen. Du kannst ruhig durchblicken lassen, dass dies von mir kommt. Ich hasse so etwas. Wieso kommen die auf Kokosnuss? Wir kriegen zwar welche aus Kuba, aber Kuba würde ich eher mit diesen grässlichen, sauren Apfelsinen in Verbindung bringen. Egal, das soll aufhören! Fertig.“
    
    Somit war alles gesagt und der Nachmittag eh rum. Freddy verabschiedete sich und ging.
    
    Die Reaktionen auf die letzte Geschichte «Umkleide beim Sport – Gabriele erzählt» war ja nicht berauschend. Dennoch hoffe ich, dass es euch gefallen hat.
    
    Konstruktive Kritik ist willkommen und erwünscht und hilft mir beim Schreiben. Je nachdem wie die ...
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