1. Haus am See (3)


    Datum: 21.04.2026, Kategorien: Insel der Scham,

    Als ich nach festem und traumlosem Schlaf am nächsten Morgen langsam die Augen öffne, durchflutet bereits wieder die Morgensonne mein Schlafzimmer. Ich spüre eine tiefe Zufriedenheit, ja ein großes Glück über die Erlebnisse des letzten Tages. Meine Gedanken gehen noch mal zurück an das Seeufer von gestern Abend, und ich spüre, wie mich bereits diese Erinnerung wieder erregt. Noch ein paar Minuten streichle ich mich selbst. Dann gebe ich ein mir einen Ruck und schlüpfe aus dem Bett. Ich verzichte darauf, irgendetwas anzuziehen. Wozu auch, es ist sommerlich warm und vor der Nachbarin Sabrina habe ich nichts mehr zu verbergen. Beim Blick aufs Handy finde ich die Nachricht, dass meine Freunde sich fürs nächste Wochenende ankündigen. Lena und Felix wollen am Samstagmittag kommen und bis Sonntagnachmittag bleiben.
    
    Beim Frühstück in der Morgensonne auf der Terrasse denke ich darüber nach, was dieser Besuch für mich bedeutet. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, mit Lena und Felix verstehe ich mich sehr gut. Andererseits kommt mir deren Besuch gerade wie eine Störung vor, etwas, das sich zwischen Sabrina und mich schiebt. Ich beschließe, nach dem Frühstück zu Sabrina hinüberzugehen und mit ihr zu reden.
    
    Nachdem ich den Tisch aufgeräumt habe, mache ich mich auf den Weg durch den Garten. Ich sehe Sabrina wieder an ihrem Gartentisch sitzen, mit dem Notebook vor sich. Ich glaube, besonders schlau zu sein und sie überraschen zu können. Deswegen schleiche ich mich von hinten ...
    ... an sie heran und gerade, als ich hinter ihr ankomme und ihr die Augen zuhalten will, bemerke ich, dass sie in einem Videocall ist. Ich will gerade vor Scham im Boden versinken, weil ihre Gesprächspartnerin sicher gesehen haben muss, wie ich mit nichts am Leib auf sie zu geschlichen bin. Als Sabrina die Situation bemerkt, bricht sie in lautes Lachen aus. „Ach, Anne, das ist Tom, der nebenan auf Urlaub ist. Schau, wie hübsch er ist! Sicher kommt er vom Baden aus dem See und hat sein Handtuch vergessen.“ Ich rette mich auf den Gartenstuhl neben dem Tisch, um aus dem Blickfeld der Kameralinse zu kommen. Sabrina und Anne kichern noch ein wenig und beenden bald ihr Gespräch. „Sabrina, das tut mir leid,“ will ich mich entschuldigen. Aber sie unterbricht mich gleich: „Nein, vergiss es! Erstens steht Anne auf Frauen und wird dir nichts weggucken, zweitens ist sie keinesfalls spießig. Im Gegenteil. Und drittens bist du durchaus herzeigbar. Also denk nicht weiter drüber nach, nimm dir noch einen Kaffee und erzähl mir, warum du kommst.“ Ich berichte Sabrina von der Nachricht meiner Freunde, am nächsten Wochenende kommen zu wollen und meinem vermeintlichen Zwiespalt, mich zwischen Sabrina oder Lena und Felix entscheiden zu müssen. Ich erzähle ihr auch, dass ich Lena und Felix wiederum nicht so gut kenne, um einschätzen zu können, wie weit wir mit ihnen gehen könnten. Doch Sabrina sieht das ganz gelassen. "Natürlich kannst du dich frei entscheiden, ob du das Wochenende mit Lena und Felix ...
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