1. Verenas Schulzeit


    Datum: 22.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    Im Gymnasium
    
    Gymnasium Maria Königin. Eifel, Kleinstadt. Rote Backsteinfassade, aufgeräumter Pausenhof, weiße Fensterrahmen mit schief hängenden Vertikaljalousien. Mein Platz: dritte Reihe, mittig. Deutsch-LK. Mein Lieblingsfach. Vielleicht, weil Worte mir Halt gaben. Oder weil ich zwischen Zeilen immer mehr fand als im Gesagten.
    
    Ich war nie laut. Nie die, die im Mittelpunkt stand. Ich war die, die man fragte, ob sie mitschreibt. Die, die man bat, nochmal die Aufgabenstellung zu erklären. Und die, deren Brüste man in der Umkleide nicht musterte, weil es nichts zu mustern gab.
    
    Zu Hause war ich ein Einzelkind. Gewünscht, geliebt - aber oft allein. Mein Vater: Verstorben, als ich 13 war. Vertreter im Außendienst, immer unterwegs, oft im Anzug, noch öfter am Telefon. Wenn er da war, brachte er mir Lindt-Schokolade mit, roch nach Diesel und Armani. Ich liebte ihn dafür. Auch wenn ich ihn kaum kannte.
    
    Meine Mutter war wärmer, sanfter, immer mit einem Lächeln. Aber nicht nah. Ich glaube, ich war ihr oft zu still, zu ernst. Wir redeten über Noten, über Essen, über Ordnung im Zimmer. Nie über Sehnsüchte. Ich genoss eine streng katholische Erziehung. Insbesondere, seit mein Vater tot war. Mir die Pille verschreiben zu lassen war für meine Mum keine Option.
    
    Vielleicht deshalb war Sport der Ort, an dem ich atmete.
    
    Ballett donnerstags, Turnen dienstags, Volleyball im Schulteam - aber am meisten liebte ich das Schwimmen. Im Hallenbad roch es nach Chlor und Ferne. Nach ...
    ... etwas, das nicht Zuhause war. Und dort war er.
    
    Mit Jungs aus meiner Stufe hatte vor drei Jahren ich erste Küsse ausprobiert, etwas Fummelei im Partykeller, dann erste Berührungen. Petting. Die Jungs wollten schnell mehr. Da ich nicht die Pille nahm und auch sonst ungeschickt im Verhüten war, besorgte ich es allen mit dem Mund. Am Anfang fand ich es ekelig, lernte aber schnell zu schätzen, wie heiß die Jungs hinter mir her waren und wieviel Kontrolle ich über sie hatte, wenn sie es haben wollten. Mir unauffälligem Mauerblümchen, dem sonst niemand aus der Jahrgangstufe hinterher sah. Mit 16 war ich als Meisterbläserin der Stufe 11 berüchtigt. Als eine, wo man immer einen landen konnte. Ich hatte unterschätzt, wie schnell sich so etwas rumsprach, weil die Jungs damit angaben, wenn sie schon keine flachgelegt bekamen. Mit 17 flog ich von der Schule. Eine Lehrerin erwischte mich kniend auf dem Klo, die Bluse hochgeschoben, zwischen staksigen Jungenbeinen. Also genaugenommen erwischte man uns, aber der Typ wurde nicht dingfest gemacht.
    
    Meine Mama sprach wochenlang nicht mit mir, gab mir Hausarrest. Ich landete auf dem Mädchen-Internat. Meine schulischen Leistungen wurden wieder ausgezeichnet.
    
    Internat
    
    Ich war gerade achtzehn geworden, aber mein Spiegelbild wirkte jünger. Vielleicht, weil ich nie gelernt hatte, mich zu inszenieren. Vielleicht, weil mein Körper nicht in den Kanon passte, den die anderen Mädchen vorlebten. Ich war immer noch dünn - nicht mager, aber schmal. ...
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