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Verdorben - Fang mich, wenn du kannst
Datum: 24.04.2026, Kategorien: Reif
... schließlich, die Worte ein wenig schwerfällig, während er in die Garage tritt. "Sich vor dem Trubel verstecken, was?" Ralf reagiert als Erster, mit diesem lässigen Lächeln, das alles und nichts verrät. "Ja, genau das. Hier drin ist es einfach ruhiger." Seine Stimme ist so ruhig, als wäre nichts gewesen, als wäre das hier nur ein weiterer Ort zum Plaudern und Durchatmen. Ich nicke eilig, versuche, meine Atmung zu normalisieren und mir nichts anmerken zu lassen. "Genau, wir wollten kurz mal runterkommen", sage ich, während ich mir eine lose Strähne aus dem Gesicht streiche und hoffe, dass mein zerzaustes Aussehen mehr dem Sommerabend als unserer gerade abgebrochenen Intimität zugeschrieben wird. Mein Onkel scheint es entweder zu glauben oder ist einfach zu betrunken, um weiter nachzuhaken. Er tritt an den Kühlschrank, öffnet die Tür und greift sich eine Flasche, während er vor sich hin murmelt: "Ja, ja, versteh ich... Party wird immer lauter. Ist doch schön, wenn man ein ruhiges Plätzchen findet." Er wirft uns noch einen letzten, leicht schiefen Blick zu, bevor er sich abwendet und zurück zur Tür schlurft. Die Flasche in seiner Hand klackt leise gegen den Türrahmen, als er die Garage wieder verlässt, und ich höre, wie die Schritte langsam im Flur verhallen. Kaum ist die Tür wieder zu, breche ich in leises Lachen aus, mehr aus Erleichterung als aus wirklichem Amüsement. Ralf lehnt sich gegen den Kühlschrank, lässt ebenfalls einen erleichterten Seufzer los und ...
... grinst mich an. "Das war knapp", sagt er leise, und ich sehe das Funkeln in seinen Augen, das mir zeigt, dass dieser kleine Zwischenfall die Spannung zwischen uns nur noch mehr angestachelt hat. "Du meinst, der hat nichts gecheckt?" frage ich, halb lachend, halb noch immer angespannt. Ralf zuckt mit den Schultern. "Selbst wenn. Er wird sich morgen nicht mehr daran erinnern." Wir stehen uns einen Moment gegenüber, die Energie immer noch vibrierend in der Luft, und ich weiß, dass das, was hier zwischen uns angefangen hat, definitiv noch nicht vorbei ist. Es war nur ein kurzer Stopp, ein kleiner Rückschlag, aber der Raum ist noch immer geladen mit dem, was wir wollen. Und der Gedanke daran, dass wir das fortsetzen werden, lässt mein Herz sofort wieder schneller schlagen. Die Party ist so gut wie vorbei. Es ist fast zwei Uhr morgens, und draußen schwingen sich die letzten Gäste träge zwischen Terrasse und Wohnzimmer, müde, betrunken und mit einer Mischung aus Zufriedenheit und Erschöpfung. Der Lärmpegel ist auf ein leises Summen gesunken, vereinzelt hört man noch Gläser klirren und Gelächter, das über den Garten hinwegweht. Irgendwo läuft noch Musik, aber sie ist kaum noch wahrnehmbar, wie das entfernte Dröhnen eines alten Radios. Ich bin längst in einem Zustand, der zwischen wohliger Betäubung und dem Nachhallen von allem, was passiert ist, schwankt. Ralf steht an der Haustür, sein Mantel locker über die Schulter geworfen, während er sich von den letzten Gästen ...