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Verdorben - Fang mich, wenn du kannst
Datum: 24.04.2026, Kategorien: Reif
... verabschiedet. Ich beobachte ihn aus der Nähe, ein bisschen zu lang, ein bisschen zu offensichtlich, aber es ist mir egal. "Mein Taxi ist da", sagt er schließlich und hebt sein Handy, als ob das alles erklären würde. "Wir sehen uns." Ich nicke, spüre ein leichtes Ziehen in meinem Bauch, fast wie eine kleine Enttäuschung, dass es jetzt endet. "Ja, bis bald", antworte ich, versuche, ruhig zu klingen, obwohl mir so viel durch den Kopf geht. Er lächelt, dreht sich um und steigt in das Taxi, das vor der Einfahrt wartet. Die Rücklichter verschwinden langsam, und ich bleibe einen Moment stehen, starre in die Nacht, als könnte ich irgendwas darin lesen, was mir Klarheit gibt. Aber es ist nur Dunkelheit, und das leise Zirpen der Grillen, das alles übertönt. Ich gehe zurück ins Haus, fühle mich plötzlich leer und schwer zugleich. Im Flur weiche ich leeren Gläsern aus, stolpere fast über einen Hocker, und erreiche schließlich das Gästezimmer. Der Raum ist klein, schlicht, mit einem einfachen Bett, das ordentlich gemacht ist, und einem Kleiderschrank, den schon lange niemand mehr benutzt hat. Es ist still hier, und die Leere wirkt fast befreiend, als würde mir jemand erlauben, jetzt endlich loszulassen. Ich schließe die Tür hinter mir und gehe ins angrenzende Bad, knipse das Licht an, das grell und unbarmherzig die Spuren des Abends in meinem Gesicht enthüllt. Zerzauste Haare, gerötete Wangen, meine Lippen immer noch leicht geschwollen von Ralfs Küssen. Ich streife das Kleid ...
... ab, lasse es achtlos auf den Boden fallen, und starre in den Spiegel. Mein Körper reagiert immer noch, die Haut ist empfindlich, meine Nerven auf Hochtouren. Es ist fast ein Jahr her, seit meiner letzten Beziehung, und seitdem habe ich mich in meinem Alltag mit einem konstanten, unterschwelligen Verlangen durchgeschlagen. Dauergeil, wenn man es auf den Punkt bringt. Die Nächte allein, das Bett zu groß und zu leer, die Hände, die irgendwann nicht mehr ausreichten. Jeder Tag ein Balancieren zwischen dem Bedürfnis nach Nähe und der Unfähigkeit, irgendjemand an mich heranzulassen. Keine Dates, keine flüchtigen Begegnungen, nur ich und meine Fantasien, die mich manchmal fast wahnsinnig machten. Und jetzt das. Das war genau das, was ich gebraucht habe - die physische Nähe, das Rohe, das Unmittelbare. Einfach wieder das Gefühl zu haben, begehrt zu werden, zu spüren, dass da jemand ist, der weiß, wie er mich berühren muss, der keine Fragen stellt, sondern einfach tut. Ralfs Hände, seine Zunge, der Druck seiner Finger an den Stellen, die sich danach sehnten, endlich wieder berührt zu werden. Es war wie eine Erleichterung, eine kurze, intensive Flucht aus dem Alltag, den ich viel zu lange in meinem Kopf durchgekaut habe. Ich drehe die Dusche auf, und das kalte Wasser prallt zuerst wie Nadelstiche auf meine erhitzte Haut, bevor ich es wärmer stelle. Es rauscht um mich herum, und ich lehne mich gegen die kalten Fliesen, spüre, wie die Wassertropfen über meine Schultern laufen, ...