1. Verdorben - Fang mich, wenn du kannst


    Datum: 24.04.2026, Kategorien: Reif

    ... in kleinen Rinnsalen über meinen Rücken. Meine Gedanken wirbeln noch immer um Ralf, um die Garage, und ich merke, wie ein Lächeln meine Lippen umspielt. Das Gefühl seiner Zunge zwischen meinen Beinen, die Hitze, die sich von dort ausbreitete, seine Finger, die mich zum Beben brachten - es ist alles noch so lebendig in mir.
    
    Das Wasser beruhigt mich, wäscht die Überreste des Abends von meiner Haut, aber in meinem Kopf bleibt alles klar und scharf. Meine Hände gleiten über meinen Körper, während ich mich einseife, die Hitze auf meiner Haut spüre, und ich denke daran, wie sehr ich das gebraucht habe - dieses einfache, rohe Verlangen, das endlich gestillt wurde.
    
    Als ich die Dusche abstelle, fühle ich mich leichter, als hätte das Wasser alles fortgespült, was mich noch beschwert hat. Ich greife nach dem Handtuch, trockne mich langsam ab, und schlüpfe in ein weites Shirt. Das Bett im Gästezimmer sieht plötzlich einladender aus als je zuvor, und als ich mich hinlege, zieht die Müdigkeit an mir. Das Laken ist kühl, und ich sinke in die weichen Kissen, schließe die Augen und lasse die letzten Gedanken an Ralf und die Garage sanft ausklingen.
    
    Die Nacht umhüllt mich, und ich gleite in einen tiefen, ruhigen Schlaf, mit dem Wissen, dass ich genau das bekommen habe, was ich gebraucht habe - etwas, das nicht nur körperlich, sondern auch tief in mir einen Knoten gelöst hat. Etwas, das mich daran erinnert hat, dass Verlangen nicht immer aufgeschoben werden muss, sondern dass es ...
    ... manchmal einfach nur nachgegeben werden will.
    
    Der nächste Morgen fühlt sich an wie das abrupte Auftauchen aus einem Traum, der viel zu schnell zu Ende gegangen ist. Das Gästezimmer ist still, nur ein paar Sonnenstrahlen dringen durch den schmalen Spalt der Vorhänge und zeichnen Muster auf die Wand. Ich blinzele, sehe die Bettdecke halb über mir, die Haare verstrubbelt, und spüre die Schwere des Schlafes noch in meinen Gliedern. Es fühlt sich wie eine fremde Welt an, so weit entfernt von dem, was mich heute erwartet.
    
    Der Alltag hat mich schneller wieder, als mir lieb ist. Ich stehe auf, ziehe mich an, schnappe mir meinen Rucksack und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Die Stadt erwacht langsam, die Straßen sind noch feucht vom morgendlichen Nieselregen, und alles wirkt grau und eintönig. Die gleichen Gesichter im Bus, die gleichen ausdruckslosen Blicke, die sich aneinander vorbeischieben, ohne sich wirklich zu sehen. Es ist, als wäre der Abend mit Ralf ein bunter Fleck auf einer ansonsten bleiernen Leinwand, und je weiter ich mich davon entferne, desto blasser wird er.
    
    An der Kasse reiht sich wieder ein endloser Strom von Menschen vor mir auf. "Haben Sie eine Kundenkarte?" - "Brauchen Sie den Bon?" - "Einen schönen Tag noch!" Die Worte kommen automatisch, wie aus einer programmierten Maschine, und ich merke, wie mein Kopf abdriftet, weg von den Gesichtern, die mich anstarren, als wäre ich nur ein weiteres Inventarstück im Supermarkt.
    
    Die Schicht an der Kasse zieht sich, ...
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