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Verdorben - Fang mich, wenn du kannst
Datum: 24.04.2026, Kategorien: Reif
... viel. Ein flüchtiger Moment der Unsicherheit durchfährt mich, als ich mein Spiegelbild betrachte, das T-Shirt, das kaum etwas verdeckt, und die nackten Beine, die im grellen Badezimmerlicht nur umso deutlicher hervorstechen. Ich atme tief durch, drücke die Türklinke hinunter und trete barfuß auf den kalten Flur, der sich viel länger anfühlt, als er ist. Mit jedem Schritt höre ich das leise Klatschen meiner Füße auf den Fliesen, während ich den Weg ins Wohnzimmer zurücklege. Das Shirt rutscht bei jeder Bewegung ein Stück höher, und ich versuche, den Stoff nervös nach unten zu ziehen. In meinem Kopf dreht sich alles, die Müdigkeit und der Alkohol vermischen sich, während ich das Wohnzimmer betrete. Franzi, Tobi und Lukas sitzen auf der Couch, ihre Blicke heften sich kurz an mir, und ich spüre, wie die Hitze mir ins Gesicht steigt. Franzi lächelt mich an, zu ausgelassen, um zu bemerken, wie unsicher ich mich in dem Moment fühle. Tobi mustert mich kurz, lässt dann seinen Blick schnell wieder in den Raum schweifen, während Lukas noch immer in seiner verpeilten Welt hängt, seine Augen halb geschlossen, ohne wirklich zu registrieren, was passiert. "Hier", sagt Tobi und zeigt auf die Matratze, die er irgendwie in der Ecke auf den Boden geschmissen hat. "Ist zwar nicht viel, aber es reicht für die Nacht." Ich nicke und will gerade ein paar Sachen zusammenklauben, um es mir irgendwie bequem zu machen, als Franzi grinsend zu mir rüberkommt. Ihre Augen sind leicht glasig, ...
... und sie stützt sich an Tobi, während sie ihn anschaut, als hätte sie gerade einen Goldschatz gefunden. "Wir gehen noch kurz rüber", sagt sie und schnappt sich Tobi am Arm, zieht ihn spielerisch in Richtung seines Zimmers. Sie wirft mir einen bedeutungsschweren Blick zu, der alles und nichts sagt - ein Mix aus "Viel Spaß" und "Sorry, dass ich dich alleine lasse". Ich sehe den beiden hinterher, wie sie in Tobis Zimmer verschwinden und die Tür hinter sich zufällt, ein leises Kichern, das noch durch die Wände dringt. Die Stimmung kippt sofort, und ich bleibe alleine im Wohnzimmer zurück. Lukas sitzt immer noch auf der Couch, eine Hand lässig in den Haaren, während er mit glasigen Augen auf den Fernseher starrt, der nur noch als Hintergrundgeräusch dient. Es ist diese Art von Stille, die sich langsam, aber sicher unangenehm anfühlt, und ich merke, wie die Lust auf Gesellschaft sich in null Komma nichts verflüchtigt. Ich blicke zu der Matratze, dann wieder zu Lukas, der den Joint, den er inzwischen ausgedrückt hat, auf den Tisch vor ihm legt. Für einen Moment hoffe ich, dass er einfach aufsteht, sich ein "Gute Nacht" über die Lippen quetscht und in irgendeinem anderen Zimmer verschwindet. Aber das tut er nicht. Stattdessen lehnt er sich zurück, seine Augen auf mich gerichtet, und es ist, als hätte er plötzlich realisiert, dass wir die Letzten sind, die hier noch übrig sind. Sein Blick bleibt ein bisschen zu lange an mir hängen, und ich kann förmlich sehen, wie er in seinem ...