1. Daniel und ich


    Datum: 04.05.2026, Kategorien: Romantisch

    Beide hielten mich an der Hand, an der einen die kleine Nichte, an der anderen der kleine Neffe. Ich liebte die Kinder meiner Schwester über alles. Wir spazierten durch den Zoo, schauten die Tiere an, solche mit abnorm grossen Hälsen, andere mit Rüsseln und wiederum andere hatten Höcker auf dem Rücken. Und natürlich die Affen, die Vögel und Pinguine.
    
    Beide Kinder plapperten unaufhörlich, ich nannte ihnen die Namen aller Tiere, am Ende des Rundganges assen wir Eis. Und dann nochmal eines. Meine Schwester hatte mich davor gewarnt,
    
    "nicht zu viel Eis" sagte sie. Aber es war ein heisser Tag, die Sonne brannte unbarmherzig und wir schwitzten.
    
    Als ich die beiden meiner Schwester zurück brachte, erzählten sie e: von der Tante hatten sie bekommen, was ihnen ihre Mutter nie gab, zwei Eis. Meine Schwester funkelte mich böse an, lachte dann aber, als ihre Kinder von den vielen Tieren erzählten und nicht mehr aufhören konnten.
    
    Den Abend verbrachte ich zu Hause auf dem Balkon, Er lag halbwegs im Schatten. Ich musste immer an die beiden Kinder denken, wie schön es mit ihnen ist. Ich wollte auch welche, am liebsten sofort, aber es dauert immer so lange, mindestens neun Monate.
    
    Ich wohnte in der Nähe meiner Schwester, daher sah ich die Kinder oft. Mindestens einmal die Woche unternahm ich etwas mit ihnen. Wir gingen in den Wald, fütterten Enten am See oder ich liess sie sich einfach auf dem städtischen Spielplatz vergnügen.
    
    Väter sah ich auf dem Spielplatz nur wenige. ...
    ... Vielleicht war es an Wochenenden anders. Ein Mann aber fiel mir auf, jeden Donnerstag war dort mit einem kleinen Mädchen. Weil es noch etwas ängstlich war, rutschte er mit ihm auf der Rutsche, schob es auf der Schaukel an, spielte mit ihm gar im Sandkasten. Die Geduld verlor er nie, es war ein idealer Vater.
    
    Anfangs sprachen wir nicht miteinander, dann grüssten wir uns kurz, wenn wir auf der gleichen Bank sassen. Unser Hauptaugenmerk lag bei den Kindern. Bis er mich plötzlich zu einem Kaffee einlud. Natürlich lehnte ich ab, mit mit Verheirateten wollte ich nichts zu tun haben, Das sagte ich ihm auch, als er mich nach dem Grund fragte. Er lachte; "Die Kinder haben Tante zu ihnen gesagt und ich bin nur Onkel. Kinder habe ich nicht."
    
    Wir sprachen etwas länger, über belanglose Dinge und über wichtige, wie Kindererziehung, über den Freiraum, den man ihnen geben sollte. Ich musste zurück, er fragte nochmals, ich sagte zu.
    
    Wir trafen uns eine Woche später in einem kleinen schnuckligen Kaffee, sassen in der angegliederten Terrasse. Er heisst Daniel. Kaffee tranken wir nicht sondern Weisswein. Er hatte eine angenehme Stimme, eine annehmbare Frisur, Eigentlich hätte er gut ausgesehen, wenn die Nase nicht etwas zu gross gewesen wäre.
    
    Wir trafen uns in den folgenden Wochen zu Wein, aber auch zum Kaffee. Es war das sechste oder siebte Mal dass wir nach dem Spielplatz der Kinder unseren Platz für Erwachsene aufsuchten, wo Wein für uns bereit war als er mich das erste Mal küsste. Ein ...
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