1. Julias Weg - Kap. 1


    Datum: 06.05.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... der in sie „vertieft" war? Eine Hand war jedenfalls in ihren Hotpants unterwegs, mit der anderen fummelte er an ihren Brüsten herum.
    
    Die Bedienung kam an den Tisch und räusperte sich. Dilara und Marek ließen nun voneinander ab. Die junge Frau sah Dilara und Julia abwechselnd an und ihr Blick sagte förmlich, wie abstoßend sie die beiden fand. Wie schamlos sie sich aus ihrer Sicht verhalten hatten.
    
    Julia dachte, dass die Bedienung sie sicher fürSürtüks hält und sie konnte es verstehen. Sie schämte sich, sie hatte Emre tatsächlich geküsst, als wären sie allein auf der Welt gewesen. Sie hatte sich befummeln lassen und mit gespreizten Beinen halb auf Emre gehangen.
    
    „Darf ich euch noch etwas zu trinken bringen?", fragte die Bedienung dieses mal auf deutsch.
    
    Dilara schaute Marek an, dann grinste sie Julia und Emre an.
    
    „Nein, kannst Rechnung bringen", sagte sie, wieder an die Bedienung gewandt.
    
    „Zusammen oder getrennt?"
    
    „Zusammen!"
    
    „Das macht dann 147 Euro. Bar oder mit Karte?"
    
    Dilara holt drei Fünfziger aus ihrer Handtasche und legte sie auf den Tisch. „Stimmt so!"
    
    Der Abend neigte sich also langsam dem Ende entgegen. Dilara verteilte den Rest Prosecco in die beiden Gläser und Julia entschuldigte sich kurz auf die Toilette.
    
    Als sie zurückkehrte, machten sich die anderen drei fertig zum Aufbruch. Sie leerte ihr Glas und alle verließen das Restaurant. Fast hätte sie ihre Tasche noch vergessen. Sie war ziemlich benebelt durch den vielen ...
    ... Alkohol.
    
    „Ihr habt also auch Spaß gehabt", stellte Dilara fest und zwinkerte Julia zu.
    
    Die wurde rot im Gesicht und schaute verlegen zu Boden. Ja, sie hatte ihren Mann zum ersten Mal hintergangen, aber sie hatte Spaß gehabt. Es hatte sie erregt und sie war es immer noch.
    
    Dilara kam nun zu ihr herüber und flüsterte ihr ins Ohr: „Was er nicht weiß, Baby, macht ihn nicht heiß, hab ich dir gestern schon gesagt." Die beiden Männer standen nun etwas abseits und unterhielten sich ebenfalls.
    
    „Hoffentlich hat mich niemand gesehen", sagte Julia.
    
    „Du hast Spaß gehabt! Warst mal bisschenSürtük heute."
    
    Julia lächelte sie an und grinste. „Trotzdem."
    
    „Sag, dass es dich angemacht hat!"
    
    „Es hat mich... angemacht."
    
    „Ich lass mich gleich von Marek ficken."
    
    Julia war einigermaßen überrascht von dieser Aussage. Dilara hatte zwar mit ihm rumgemacht, aber dass Marek ein ernsthafter Kandidat für ihr Bett sei, hätte sie ihr nicht zugetraut. Sie fand Marek nicht im entferntesten attraktiv. Sein gesamtes äußeres Erscheinungsbild, insbesondere sein prominenter Bierbauch, seine bei der Arbeit oft arrogante Art.
    
    Sie verdrehte die Augen und lachte dabei. „Na du musst es ja nötig haben."
    
    Sie gaben sich ein paar Küsschen auf die Wange und verabschiedeten sich voneinander.
    
    „Freu mich auf nächste Mal, Baby", sagte Dilara zum Abschluss, nahm Marek dann an die Hand ging mit ihm in Richtung ihrer Wohnung.
    
    Nun stand Julia mit Emre allein vor dem türkischen Restaurant. Er lächelte sie an ...
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