1. Schulden


    Datum: 10.05.2026, Kategorien: Reif

    ... deinem Ex in einem Bordell abarbeiten?"
    
    „Ja, bisher ist Ruhe, und wie ein Angebot kam mir das von ihnen nicht gerade vor ... Habe aber auch mit meinem Ex ein paar klare Worte gewechselt, ihm gesagt, dass sie mir angeboten haben, seine Schulden „liegend abzuarbeiten" ... war ihm klar, was ich damit gemeint hatte ... ihm hingegen haben sie gedroht „etwas abzuschneiden", falls kein Geld kommt ... bisher bekommen wir es hin, dass wir seine Schulden tilgen, auch wenn es mich fuchsteufelswild macht, dass ich durch ihn in diesem Mist stecke."
    
    „Gut, dass du die Wogen ein wenig glätten konntest ...", antwortete Michael, blieb dann eine ganze Weile still. „Musstest den Chef noch auf den Stand der Dinge in dieser Angelegenheit bringen, als ich dich sah?"
    
    Seine Frage ließ mir eine plötzliche Hitze aus dem Kragen schießen, verdammt, mit der halben Geschichte war es nicht getan, offenbar spürte er, dass hier noch etwas fehlte.
    
    „Noch ein Whisky, Michael?" „Oje, so schlimm?" Ich blieb, bis der nächste Whisky kam, still.
    
    „Schlimm ... ich weiss nicht ... aber ich befürchte, ich habe etwas ziemlich Dummes gemacht ... bleibt das auch wirklich nur unter uns beiden?" Michael nickte.
    
    „Kurz nachdem mir der Chef mit einer ersten Zahlung geholfen und ich ein erstes Mal Geld an die Burschen weitergegeben hatte, sind wir nach einem Kundenbesuch nicht mehr zurückgefahren, sondern hatten uns in einem Hotel eingebucht. Haben dann abends zusammen gegessen, haben uns prima unterhalten, ...
    ... erst beruflich, dann später auch über private Themen. Etwas später, wir hatten uns dann, ganz wie wir beide, noch an die Bar gesetzt, kam er auf mein Problem zu sprechen und fragte, ob ich die Typen besänftigen konnte und sie sich mir gegenüber auf einen Teilzahlungsmodus eingelassen hätten. Ich bestätigte ihm das, sagte ihm aber auch, dass sie sich immer wieder den Spaß machen würden, mir die schnelle Schuldentilgung vorzuschlagen, ich sie aber glücklicherweise bisher davon abhalten konnte ..."
    
    Ich machte eine kleine Pause, trank einen weiteren Schluck Whisky und fuhr dann fort, während Michael mir gebannt zuhörte.
    
    „Tja, irgendwann sind wir dann von der Bar aufgestanden und nach oben zu unseren Zimmern gegangen ... als ich mit ihm vor seinem Zimmer stand, ich muss gestehen, dass ich ihm unheimlich dankbar war, weil er mir in dieser Sache so unkompliziert geholfen hatte, wollte ich mich mit einem Kuss von ihm verabschieden und mich damit auch bei ihm bedanken. Nur verlief das dann ganz anders, als ich erwartet hatte ..."
    
    „Was ist passiert?" „Ich wollte ihn auf die Wange küssen, doch, ich weiss nicht, ob er es hatte kommen sehen oder einen siebten Sinn gehabt hat ... statt auf der Wange, landete mein Kuss auf seinem Mund ... damit nicht genug, erwiderte er ihn auch gleich, sagte dann: ‚Los, kommt mit rein, bevor uns noch jemand sieht ...' Das tat ich dann auch, einen Rückzieher zu machen, habe ich mich mehr getraut ..."
    
    „Nein!" „Doch ..." „Und?"
    
    Ich stöhnte heftig ...
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