1. Die Verlobungsfeier


    Datum: 15.05.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... und dann kommt die so gewünschte Tochter und stellt das Übergewicht an männlichen Familienmitgliedern etwas zurück. Zwei Söhne und dann endlich eine Tochter, was will man eigentlich mehr und der Wunsch nach einer Tochter kommt von Bruno.
    
    Bruno zieht mich in die Küche und nimmt die Haube von der Schale. Schon fertig geschmierte Scheiben Brot mit schöner Deko, geschnittenes Gemüse und unterschiedliche Dips sehen einladend aus. Bruno holt zwei Flaschen Bier aus dem angrenzenden Vorratsraum und wir langen zu. Bisher ist nicht eine Frage gestellt worden und ich weiß, sie werden nicht fragen, höchstens fragen, was sie noch tun können, wie sie mir noch helfen können. Und wenn ich ehrlich sein soll, ich möchte auch nicht über den Tag reden. Es reicht mir. Ich will meine Ruhe.
    
    Langsam fällt die Anspannung der letzten Tage von mir ab und Bruno sieht, dass ich müde, erschöpft bin. So hat er Nichts dagegen, dass ich mich zurückziehe und erst ins Bad und dann in das noch nicht umgebaute Gästezimmer gehe. Eigentlich weiß ich, dass der sicher notwendige Schlaf nicht so schnell kommen wird, dafür ist gerade in den letzten Tagen viel zu viel auf mich eingestürzt. So Vieles, dass ich jetzt so weit bin, Alles aufzugeben und mit meinen fast 45 Jahren noch mal von vorne anzufangen.
    
    Ich liege im Bett und weiß, dass die Jungs mich spätestens um 8 Uhr wecken werden und mich an den dann schon fast leeren Frühstücktisch zerren werden. Es wird immer noch genug für mich da sein, aber Lea und ...
    ... die Jungs haben dann sicher schon gegessen und Bruno und Lea werden höflich sein und mir Gesellschaft leisten.
    
    Ja, ein 45 Jahre alter Mann wird seine nunmehr seit 16 Jahren bestehende Ehe aufgeben, seine schöne Frau ihrem Liebhaber überlassen und verschwinden. Und es gibt kein Zurück. Noch mal werde ich nicht verzeihen. Diesmal hat meine Frau den Bogen überspannt, jede Regel gebrochen und mir Hörner aufgesetzt, die ich nicht tragen will, nein auch nicht kann. Wenn ich jetzt einknicke, werde ich zusammenbrechen, mich vollkommen aufgeben und irgendwann von einer Brücke oder einem Dach springen. So weit werde ich es nicht kommen lassen. Einmal war es schon fast so weit und ich saß in unserem Wohnzimmer und hatte den Revolver geladen und entsichert in der zitternden Hand. Ich bin wirklich dankbar, dass in diesem schrecklichen Moment ein anderer Partygast störte. Es wäre ein Blutbad geworden und im Nachhinein war ich über mich selber erschrocken.
    
    Ohne die Störung hätte es wohl mindestens 3 Tote gegeben, wenn nicht sogar mehr. Meine Frau, der Kerl aus der Werkstatt, der mit ihr rummachte und mich damit schwer demütigte. Jeden, der dazwischen gegangen wäre, hätte meine Wut vernichtet. So kam es aber nicht, ich wachte aus meiner Wut auf und es zog eine Kälte in mein Herz und eine Ruhe in mein Gehirn. Ich stand auf und ging kurz in den anderen Raum, sah meine Frau an und meinte nur, dass für mich die Party zu Ende wäre und ging dann. Es muss wohl so scharf gesagt sein und die ...
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