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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... flussabwärts anspruchsvoller wird. Ich mache mir zwar ein wenig Sorgen, ob Sam dann nicht doch überfordert sein könnte, für mich aber brauche ich einen Teil, der eine Herausforderung darstellt, wo ich ordentlich gefordert werde. Als wir unser Tagesziel erreichen, ist es noch hell. Wir hätten noch etwa eine Stunde weiterfahren können. Ich bin aber froh, dass wir uns ausruhen können. Für Sam war der Tag auch so schon lang und anstrengend genug. Da wir Zeit haben, hole ich einen Angelhaken und eine passende Schnur heraus und werfe einen Köder aus. Schon kurze Zeit später spüre ich, wie an der Schnur gezogen wird und ziehe sie heraus. Am Haken zappelt ein Fisch, der für uns beide reichen müsste. Ich nehme ihn aus, besorge mir einen passenden Ast, auf dem ich ihn aufspieße und lege ihn über das Feuer, das Sam inzwischen entfacht hat. Ich bin positiv überrascht, dass er dies aus eigener Initiative gemacht hat. Da nicht mehr viel zu tun ist, setze ich mich neben dem Feuer ins Gras. Der Fluss ist etwa 10 Meter von uns entfernt, die Luft ist etwas frisch, aber immer noch angenehm. Sam scheint unsicher zu sein, setzt sich dann aber direkt neben mich. "Du willst wissen, was du für mich bist", beginnt er. Ich bin überrascht, dass er von sich aus das Thema wieder anspricht. Ich hätte erwartet, dass ich ihn darauf bringen müsste. Er ist also nicht der typische Mann, der nicht über seine Gefühle sprechen will. "Ja, das würde mich interessieren." "Was bin ich für ...
... dich?", kontert er. "Ich fühle mich in deiner Nähe wohl, sehr wohl sogar. Ich spüre zwischen uns eine Vertrautheit, die sehr angenehm ist. Ich war noch nie wirklich verliebt, aber ich denke, das könnte es sein." "Du bist in mich verliebt?", erkundigt er sich überrascht. "Ja, warum nicht?" "Du in mich?" "Ja, warum bist du so überrascht?" "Du bist die absolute Traumfrau und verliebst dich in einen durchschnittlichen Mann, wie mich?" "Du bist ganz und gar nicht durchschnittlich und ob ich die Traumfrau bin, kann ich nicht beurteilen. Hat nicht jeder eine andere Vorstellung von seinem Traumpartner?" "Du bist hübsch, du bist klug, du stahlst eine Wärme aus, wie ich sie selten bei einer Frau gesehen habe." "Ich strahle Wärme aus? Ich?" "Ja! Warum bist du so überrascht?" "Man nannte mich bei der Ausbildung den Eisblock." "Warum?" "Weil ich keine Emotionen gezeigt habe und bei keiner Aktion habe Mitleid aufkommen lassen. Ich habe einfach nur mein Ding durchgezogen, behaupten zumindest die anderen." "Dann bist du entweder mir gegenüber anders oder sie haben dich nicht mit meinen Augen gesehen." Ich bin gerührt. Ich habe mich auch selbst immer für wenig empathisch gehalten. Immerhin habe ich, ohne mit der Wimper zu zucken, dafür gesorgt, dass Raketen in das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte einschlagen und ich habe den Peilsender an der Plattform im Schwarzen Meer angebracht. Mir war dabei egal, ob Menschen sterben. Ich hatte eine Mission und ...