1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... werfe ich meine selbstgebaute Angel aus, während Sam das Feuer entfacht. Schon bald zappelt es an der Schnur. Ich beginne sie einzuziehen, bemerke aber schnell, dass am anderen Ende ein gewaltiger Brocken hängen muss.
    
    Vorsichtig, damit die Schnur nicht reißt, hole ich den Fisch immer weiter ans Ufer. Je näher ich ihn zu mir herziehe, umso deutlicher kann ich erkennen, dass meinen Fang beachtlich ist. Es ist ein ausgewachsener Lachs, ein wunderschönes Exemplar.
    
    Als er nur noch etwas zwei Meter vom Ufer entfernt ist, binde ich die Schnur an einem Baum fest. Ich muss überlegen, wie ich das Tier sicher an Land bekomme. Ihn einfach am Angelhakten aus dem Wasser zu ziehen, funktioniert nicht. Die Schnur ist auch so schon zum Zerreißen gespannt. Wenn dann auch noch der Auftrieb des Wassers fehlt, dann habe ich keine Chance mehr. Das Gewicht des Fisches wäre viel zu groß.
    
    Deshalb steige ich ins Wasser, umrunde das Tier und nähere mich ihm von hinten. Abgelenkt vom Kampf gegen die Angel und wohl auch unfähig wegzuschwimmen, kann ich mich dem Fisch nähern, ihn packen und in einem weiten Bogen an Land werfen.
    
    Sam springt erschrocken zur Seite, als der Fisch an ihm vorbei ins Gras fliegt. Als er aber sieht, was da an Land zappelt und sich windet, pfeift er anerkennend.
    
    "Das nenne ich einen Fang!"
    
    "Es beginnt offenbar die Laichzeit. Die Lachse sind unterwegs flussaufwärts."
    
    "Das ist gut für uns."
    
    "Ich hoffe es."
    
    Ich packe nur mit Mühe den sich immer noch ...
    ... wehrenden Fisch und ramme ihm mit Kraft mein Messer ins Genick. Sofort erschlafft der muskulöse Körper. Ich habe keine Skrupel, ein Tier zu töten, wenn ich Nahrung brauche. Ich will aber nicht, dass es lange leidet und wähle daher immer den schnellsten Weg, der zudem so wenig wie möglich Schmerzen verursacht.
    
    Als ich den toten Lachs in die Luft halte, bin ich sogar stolz auf meinen Fang. Ich nehme ihn aus und wenig später brutzelt er bereits über dem Feuer. Jetzt erst kann ich mich entspannt ins Gras setzen, Sam lässt sich neben mir nieder und küsst mich.
    
    "Wir sind zwar den ganzen Tag zusammen, aber irgendwie auch wieder getrennt", meint er.
    
    "Daran solltest du dich gewöhnen. Wir werden auch im wirklichen Leben nicht immer zusammen sein können. Auf dem Wasser bin ich zumindest in deiner Nähe."
    
    "Ich wäre am liebsten die ganze Zeit bei dir", meint er. "Im Moment muss ich aber noch schnell Holz holen."
    
    Sam erhebt sich und sucht den Waldrand ab. Ich bleibe sitzen und schaue ihm verträumt dabei zu. Dieser Mann hat eine Wirkung auf mich, die ich nicht beschreiben kann. Ich fühle mich zu ihm hingezogen und natürlich möchte auch ich so viel Zeit, wie nur möglich, mit ihm verbringen. Dass er sich auf diesen Urlaub eingelassen hat, rechne ich ihm ganz hoch an.
    
    Natürlich wäre ich auch allein gefahren und hätte die Tour auch ohne Begleitung unternommen. Aber so ist es mir wirklich lieber.
    
    Plötzlich vernehme ich ein Brummen und sofort sind meine Sinne auf die Umgebung ...
«12...123124125...164»