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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... und beäuge den Körper mit Argwohn. Aber er rührt sich nicht mehr. Aus Vorsicht warte ich zehn Minuten, behalte dabei das Tier ständig im Auge. Ich will mich nicht von einem Angriff überraschen lassen. Aber ich kann keine Bewegung mehr erkennen, auch nicht die kleinste. Auch kein Brummen oder sonst einen Laut kann ich vernehmen. Ich gehe davon aus, dass der Bär tatsächlich tot ist. Ich habe es geschafft! "Ist er tot?", erkundigt sich Sam. "Ich denke schon." "Du hast ihn von Angesicht zu Angesicht erledigt?" "Du warst dabei." "Das ist ein gewaltiges Tier." "Und ganz schön gefährlich." "Was macht der hier?" "Er wird es wohl auf die Lachse abgesehen haben", mutmaße ich. "Sehe ich aus, wie ein Lachs", meint Sam empört. Ich muss lachen. "Du riechst auch nicht wie einer", grinse ich. "Zum Glück!" Nun wage ich mich zum Kadaver. Sam fordert mich zwar auf, vorsichtig zu sein und bleibt selbst an Ort und Stelle, aber ich will nun endlich wissen, was Sache ist. Vorsichtig nähere ich mich dem Fellbündel und stoße mit dem Fuß vorsichtig dagegen, immer bereit wegzuspringen, sollte das Tier doch nicht tot sein. Aber nichts regt sich. Deshalb traue ich mich näher heran und rüttle mit dem Fuß erneut, diesmal an einem Bein. Aber auch diesmal gibt es keine Reaktion. Als mir klar ist, dass alles Leben aus dem Bären gewichen ist, setze ich mich übermütig auf sein Genick, den Kopf des Tieres zwischen meinen Beinen. "Mach ein Foto!", fordere ich Sam ...
... auf. Er holt schnell sein Handy aus dem Rucksack und schießt mehrere Bilder. Dann will auch er sich auf den Bären setzen und ich muss dies für die Nachwelt festhalten. Er sitzt ausgesprochen stolz auf dem Tier und ich muss lachen. "Was ist los?", will er wissen. "Da gab es doch einmal einen russischen Präsidenten, der sich hoch zu Ross hat fotografieren lassen", grinse ich. "Der war aber oberkörperfrei", verteidigt er sich. "Du könntest dich ja noch ausziehen", scherze ich weiter. Kurzerhand zieht Sam das Hemd aus und macht eine eindeutige Siegerpose. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen und knipse drauflos. "Das wird aber nicht veröffentlicht!" "Ich schicke es gleich der Pressestelle." "Zum Glück haben wir hier keinen Empfang." "Das ist wohl dein Glück." "Du musst aber zugeben, das würde das Reiterfoto übertreffen." "Um Längen." Wir lachen beide. Das Lachen tut echt gut, um die angestaute Anspannung und Angst loszuwerden. Vor allem Sam sitzt der Schreck noch tief in den Knochen. Ich muss zugeben, auch ich hatte Angst, aber um ihn, nicht um mich. "Was machen wir mit dem Bären?" "Wir nehmen das Fell und die zartesten Stücke mit. Den Rest müssen wir leider hier zurücklassen. Wir können nicht auch noch einen ganzen Bären mittragen." "Das ist schade, fast schon Verschwendung." "Keine Sorge, lange liegt der Kadaver hier nicht herum. Das ist der Kreislauf der Natur." "Ist so ein Bär nicht zäh?" "Du meinst das ...