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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... fallen. "Na, ihr Hübschen, auch unterwegs?" "Das siehst du ja", antworte ich genervt. "Oh, da ist jemand unfreundlich." "Ich bin nicht unfreundlich, ich möchte meine Ruhe haben." "Ein heißer Feger, wie du?" Als ich darauf nicht antworte, ärgert ihn das sichtlich. Ich habe keine Ahnung, ob er tatsächlich glaubt, eine solche Anmache sei ein Kompliment. Ich bezweifle, dass es überhaupt ein Mädchen gibt, das sich für solch blöde Sprüche begeistern kann. "Die feine Dame ist wohl etwas eingebildet", meint er süffisant. Währenddessen rückt sein Freund immer näher an Jelena heran. Ich beobachte dies aufmerksam, auch, dass es der jungen Frau sichtlich unangenehm ist. Schließlich legt der Typ ihr eine Hand auf den Schenkel. "Wie wäre es mit uns beiden? Eine schnelle Nummer wäre sicher drinnen." "Lass das Mädchen in Ruhe!", sage ich ruhig, aber entschlossen. Sein Blick huscht augenblicklich zu mir herüber. In seinen Augen kann ich die Überheblichkeit erkennen, die aufblitzt. Er zählt eindeutig zu jenen Typen, die sich von einer Frau ganz sicher nichts sagen lassen. "Sagt wer?" "Sage ich!" "Und wer bist du?" "Spielt das eine Rolle. Ich habe gesagt, du sollst sie in Ruhe lassen!" Er nimmt zwar seine Hand von Jelenas Schenkel, aber nicht, um meiner Aufforderung nachzukommen. Vielmehr steht er auf und kommt auf mich zu. Er baut sich in bedrohlicher Haltung vor mir auf. Als ich ebenfalls aufstehen will, hält mich sein Kollege am Arm ...
... zurück. "Das würde ich nicht machen", meint er. "Warum nicht?" "Du würdest den Kürzeren ziehen." "Das wollen wir sehen!" antworte ich vergnügt. Bei diesen Worten schüttle ich geschickt die Hand ab und erheb mich. Selbstsicher stelle ich mich vor den Kerl hin. Ich weiß, dass ich während meiner Ausbildung sehr viel Kampfsport gemacht habe und dabei gegen ganz andere Kerle gekämpft habe. Diesem Halbstarken bin ich weitaus überlegen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich nicht zu viel von meinem Können zeigen darf, um nicht aufzufallen. Ich muss mich trotz allem, wie ein normales russisches Mädchen verhalten. Jelena schaut mich dankbar, aber gleichzeitig auch ein wenig besorgt an. Als sich auch der Typ neben mir erhebt, entkommt ihr ein leiser Schrei. Ich hingegen achte darauf, nicht zwischen die beiden Kerle zu geraten, sondern mit dem Rücken zum Fenster zu stehen und damit beide Gegner vor mir und im Blick zu haben. Ich schaue mir die beiden Männer genau an. Sie sind kräftig gebaut, was vermutlich von der harten Arbeit auf den Feldern herrührt. Allerdings sind ihre Bewegungen schwerfällig und nicht geschmeidig, wie dies bei einem Kampf der Fall sein sollte. Sie haben bisher so gut wie keine Kampfausbildung genossen. Davon bin ich überzeugt. Sie sind vermutlich nur Kanonenfutter und werden an der Front nicht lange durchhalten. "Mut hat die Kleine, das muss man ihr lassen", grinst der Typ, der neben Jelena saß. "Das wird ihr nicht viel helfen", lacht der ...