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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... Besteck auf den Teller lege und damit signalisiere, dass ich satt bin, wird abgeräumt. Wir aber bleiben sitzen. "Was könnte Labradorov von uns wollen?", erkundigt sich Sam. "Ich habe Gerüchte gehört, dass er einen Waffenstillstand vorschlagen will." "Können wir uns darauf einlassen?", will Sam wissen. "Nur, wenn sich der Feind vollständig von ukrainischem Grund und Boden zurückzieht", stelle ich sofort klar. "Das werden sie nicht", hält der Botschafter dagegen. "Dann sind wir umsonst nach Moskau geflogen", bringe ich meine Haltung zum Ausdruck. "Wir machen es so", meint Sam zu mir. "Du bist die Harte, ich gebe mich etwas versöhnlicher. Schauen, was wir damit herausholen können." "Braver Bulle, böser Bulle?" "Man sagt nicht Bulle", grinst er. "Aber wir haben uns verstanden." "Wann ist es soweit?", frage ich. "In einer Stunde. Wir können uns noch etwas frisch machen." "Ich kann aber nicht so gekleidet in den Kreml." "Ach ja, das hätte ich fast vergessen. In euren Zimmern hängt eine Auswahl an Kleidern, die passen könnten", meint der Botschafter. "In unseren Zimmern? Wir schlafen in einem Zimmer!", stellt Sam sofort klar. "Oh, das wusste ich nicht. Ich lasse die Sachen sofort umräumen." Zu meiner Überraschung verlassen wir auf der Rückseite das Gebäude und schlendern durch den Park. Etwa 40 bis 50 Meter entfernt entdecke ich eine kleine Villa. Sie ist im Jugendstil erbaut und ich finde sie schön und schnuckelig. "Hier wohnen ...
... wir?", erkundige ich mich. "Das ist das Gästehaus der Botschaft", bestätigt Sam. "Dass ich einmal Gast in der US-Botschaft in Moskau sein werde, hätte ich mir bis vor wenigen Stunden nicht einmal träumen lassen. Wenn meine Mutter mich sehen könnte, die wäre stolz auf mich." "Nur deine Mutter?" "Nein, auch mein Vater, meine Ausbildner und sicher auch Ekaterina." "Wer ist das denn?" "Mein Verbindungsoffizier damals auf der Krim." "Sie werden es vermutlich mitkriegen, dass du für ihr Land in Moskau Verhandlungen führst." "Ich, ich soll Verhandlungen führen?" "Was denn sonst. Dazu sind wir doch hier." "Aber wie sollen sie es sehen?" "Ich denke, das russische Fernsehen und sicher auch einige westliche Kanäle werden darüber berichten. Hast du nicht die Kameras im Hintergrund bemerkt, als wir aus dem Flugzeug gestiegen sind." "Die waren vom Fernsehen?" "Was denn sonst?" "Mein Gott, dann sehen alle, dass wir Hand in Hand die Gangway herabgegangen sind." "Ist dir das peinlich?", grinst er. "Nein, das nicht", stelle ich sofort klar. "Schließlich habe ich einen guten Fang gemacht. Ich hätte es meiner Familie allerdings lieber persönlich erzählt. So erfahren sie aus dem Fernsehen, mit wem ihre Tochter oder Schwester zusammen ist. Das finde ich nicht sonderlich schön." "Du bist nun eine bekannte Persönlichkeit. Daran wirst du dich gewöhnen müssen", lacht er. "Lachst du mich etwa aus?" "Das würde ich mich nie trauen. Sonst ergeht es mir ...