1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... zu viel Aufsehen erregen.
    
    Kapitel 4
    
    Ich bin endlich in Sewastopol angekommen. Nach langen Bahnfahrten kreuz und quer durch Russland habe ich mich schließlich auf den Weg auf die Krim gemacht. Ich musste nicht lange suchen und stehe nun vor einem unauffälligen Gebäude.
    
    Es unterscheidet sich nicht von den umliegenden Häusern. Nur ein schlichtes Schild mit der Aufschrift "Catwalk - Modelagentur" deutet darauf hin, dass ich an der richtigen Adresse bin.
    
    Von außen sieht diese Agentur nicht besonders schick aus, ich weiß aber auch, dass das Schlichte oft die beste Tarnung ist. In Zeiten wie diesen ist es besser, nicht aufzufallen.
    
    Ich lehne mich auf der gegenüberliegenden Straßenseite an eine Hauswand und beobachte zunächst die Eingangstür. Bevor ich das Haus betrete, will ich wissen, auf was ich zugehe. Ich renne nicht blindlings in die Agentur, ich will mir ein Bild davon machen. Mein Leben hat sich so schon verändert genug, dann soll es zumindest nach Plan laufen.
    
    Immer wieder kommen junge Mädchen, alle etwa in meinem Alter, und betreten die Agentur oder verlassen sie. Alle sind schlank, groß gewachsen und ausgesprochen hübsch. An ihrer Kleidung könnte man aber nicht erkennen, dass sie Models sind. Sie könnten genauso Bürodamen sein, Buchhalterinnen oder Sekretärinnen.
    
    In der Zeit, in der ich warte, betritt kein einziger Mann das Haus. Entweder die Kunden melden sich telefonisch oder auf eine andere Art, vorbeikommen tut offenbar keiner.
    
    Nach gut zwei ...
    ... Stunden habe ich genug gesehen und stoße mich von der Wand ab, überquere die Straße. Wie ich schon bei den anderen Mädchen gesehen habe, klingle ich.
    
    "Ja bitte", tönt es aus der Gegensprechanlage.
    
    "Ich bin Anastasia, Ekaterina erwartet mich zu einem Vorstellungsgespräch."
    
    "Ach ja! Kommen sie hoch!"
    
    Gleichzeitig höre ich ein Summen an der Tür und als ich dagegen drücke, lässt sie sich öffnen. Vor mir liegt ein dunkler Gang. Ein Schild weist darauf hin, dass ich in den ersten Stock hinauf muss. Das mache ich und steige die Treppe nach oben.
    
    Hier gelange ich erneut an eine Tür, wieder muss ich läuten. Diesmal brauche ich nicht lange zu warten oder sagen, wer ich bin, mir wird, ohne noch einmal nachzufragen, geöffnet. Allerdings fällt mir auch die kleine Kamera auf, welche von der anderen Seite des Treppenhauses auf die Tür gerichtet ist. Wer drinnen den Öffner betätigt, sieht genau, wer draußen wartet.
    
    Ich drücke die Türklinke hinunter, schiebe die Tür auf, trete ein und schaue mich um. Wir wurden darauf gedrillt, uns immer gleich einen Überblick zu verschaffen, wenn wir einen neuen Raum betreten. Wer seine Umgebung genau kennt und im Auge hat, kann nicht so leicht überrascht werden.
    
    Ich stehe in einem recht schicken Vorraum. Links von mir ist eine größere Nische mit bequemen Sitzgelegenheiten. Hier kann man vermutlich warten. Rechts hingegen ist eine Art Theke. Darüber hängt ein Schild: "Anmeldung".
    
    Eine Frau mittleren Alters erhebt sich dahinter von einem ...
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