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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... mich! Keiner fasst dich an!" Ich nicke ihm zu und beobachte, wie er mit dem Mann, der die Nachricht überbracht hat, zur Tür hinausstürmt. Die anderen schauen genauso überrascht, wie ich mich stelle. Insgeheim muss ich grinsen, denn meine erste Aktion scheint ein voller Erfolg zu sein. Alle essen fertig und setzen sich dann in die Couchecke. Sie lassen sich von mir zwar bedienen, aber niemand kümmert sich mehr um mich. Sie tuscheln und mutmaßen. Man merkt, dass sie aufgeregt sind und nicht mehr an mich und meine Nacktheit denken. Die Ungewissheit über das Geschehen nagt an ihnen. Es dauert zwei Stunden, dann kommt Semeronov zurück. Man kann ihm den Ärger und die Besorgnis ansehen. Beides ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er blickt sich kurz um und geht dann direkt auf seine Kollegen zu. "Das war ein vernichtender Anschlag auf das gesamte System. Wer das geplant hat, der wusste ganz genau, was er tut. So eine Scheiße!" "Warum? War das kein Raketenangriff?", will einer wissen. "Es wurden vermutlich Peilsender angebracht. Als die erste Rakete im Anflug war, hat das System reagiert. Da aber offenbar zwei Sender und nicht nur einer angebracht worden sind und dabei die Radarstation ausgelassen worden war, wurden unsere Raketen umgelenkt und haben in die eigene Station eingeschlagen. Keine Ahnung, wie so etwas hat passieren können. Die Fachleute glauben, die feindliche Rakete war schon zu nahe und hat deshalb unsere Abwehrraketen angezogen. Wie gesagt, ...
... es war ein verheerender Schlag. Alles ist explodiert, die Raketen, die Radar- und die Kommandostation, alles ist vollkommen zerstört. Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, dieser Bastard." "Das ist ja fürchterlich. Dann sind wir im Augenblick nun ungeschützt?", will einer der Offiziere wissen. "Bis wir Ersatz bekommen." "Das kann einige Wochen dauern." "Wenn nicht Monate", jammert der Kommandant. Innerlich jubiliere ich, auch wenn ich nach außen hin betrübt dreinschauen muss. Ich kann zwar meine schauspielerischen Leistungen selbst nicht besonders beurteilen, aber ich glaube ich schaffe es recht gut. Es kann auch daran liegen, dass mir nur noch wenig Beachtung geschenkt wird. Die Offiziere reden noch lange durcheinander. Jeder von ihnen ist schlau und gibt seinen Senf zum Besten. Wirklich Produktives kommt dabei aber nicht heraus. Ich beschränke mich darauf, allen nachzuschenken, wenn sie ihre Gläser ausgetrunken haben, und spiele die Unwissende. Gegen 23 Uhr erhebt sich der Kommandant. Er gibt mir mit einem Wink zu verstehen, ihm zu folgen. "Komm mit. Ich muss mich jetzt abreagieren!" Kapitel 12 Nackt wie ich bin, laufe ich hinter ihm durch die Korridore der Kaserne. Ich habe noch im letzten Moment meine Klamotten zusammengesucht, weil ich mich später nicht lange auf die Suche danach machen will. Zum Glück begegnen wir keiner Menschenseele. Es würde mich auch wundern, wenn um diese Zeit noch normale Soldaten unterwegs wären. Für sie dürfte ...