1. Überraschung unterm Schleier


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Transgender,

    Mit 35 Jahren hatte ich mir einen Lebenstraum erfüllt: Nach einigen beruflichen Unwegen und zehn Jahren als Einzelhandelskaufmann in einem namhaften Modehaus habe ich mich selbstständig gemacht - aus finanziellen, aber vor allem aus sexuellen Gründen.
    
    Ich bin nämlich ein passionierter Voyeur, der auf Damen in edlen Kleidern und raffinierter Wäsche steht. Schon bei meinem bisherigen Arbeitgeber bin ich da einigermaßen auf meine Kosten gekommen. Aber in meinem Dessousladen „Chez Pierre" (eigentlich heiße ich ganz langweilig Peter mit bürgerlichem Namen) wollte ich meine Leidenschaft auf ein ganz anderes Niveau heben. Die Ausstattung der Boutique mitten in der Frankfurter Innenstadt war exquisit; ich hatte ein schönes Erbe angetreten und an nichts gespart.
    
    Die Frauen liebten den üppigen Style und auch die Tatsache, dass zur Anprobe kostenlos Apérol oder Limoncello Spritz oder einfach ein Prosecco gereicht wurde. Und herzhafte sowie süße Knabbereien wurden in stilvollen Schälchen präsentiert. Aber das Beste waren die Spiegel: an den Seiten, oben, unten. Im Verkaufsraum und in den geräumigen Umkleidekabinen. Die naturgemäß eitlen Damen konnten sich so aus allen Perspektiven beobachten und begutachten. Und ich auch...
    
    Denn was niemand wusste: Hinter dem Spiegelglas waren überall Kameras angebracht. Ich hatte es in den zwei Jahren seit der Eröffnung clever angestellt, dass ich bar jeglichen Verdachts war. Obwohl ich es nie gesagt hatte, machte unter meinen Kundinnen ...
    ... das Gerücht die Runde, dass ich homosexuell sein müsse. Bei so vielen schönen Frauen würde ein Hetero wohl ständig die Fassung verlieren, dachten sie wohl. Das kam mir sehr zu pass.
    
    Niemand ahnte, dass der brave Pierre nach Feierabend am liebsten ein Best of des Tages über seinen Flatscreen flimmer ließ. Die Umkleiden waren ein Paradies für einen Voyeur: gutgekleidete Damen jeden Alters, die sich mehrfach umzogen und angesichts meines Sortiments auch ganz nackt vor mir (respektive der Kamera) standen. Ich bekam auch nach all der Zeit nie genug von der Vielfalt des weiblichen Körpers: pralle Brüste, kleine freche Tittchen, stehende und hängende Möpse, Piercings, Tattoos, Nippelsterne. Und unten: wilde Büsche, kahle Spalten, wulstige und zierliche Schamlippen, winzige Kitzler und Klitorides (ja, so heißt offiziell die Mehrzahl), die daumendick waren.
    
    Vom Körperbau, den Haaren oder dem Gesicht mit seinen unendlich vielen Facetten möchte ich gar nicht erst anfangen. Kurzum, mein Laden brachte mir nicht nur gutes Geld ein, sondern bereitete mir zudem unendlich große Freude und Lust. Und heute möchte ich von einer Frau berichten, die noch einmal ganz anders war als die vorhin geschilderten.
    
    Es war an einem Tag im Hochsommer, da trat eine ungewöhnliche Erscheinung in meine Boutique. Schlank, hochgewachsen, aber komplett verschleiert. Eine Burka, wie ich als Laie vermutete. Als ich die Dame darauf ansprach, korrigierte sie mich: „Eine Abaya und ein Niqab. Keine Burka." In ...
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